Dreieinhalbjährige Haftstrafe im Prozess um Menschenschmuggel

Stand: 23.05.2022 16:41 Uhr

Vor dem Landgericht Stralsund ist der Prozess gegen die Betreiber verschiedener griechischer Restaurants in Mecklenburg-Vorpommern zu Ende gegangen. Sie wurden wegen bandenmäßigen Einschleusens von Menschen und Ausbeutung durch Zwangsarbeit verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die vier Angeklagten Menschen aus Osteuropa mit gefälschten Pässen und ohne Aufenthaltsgenehmigung nach Deutschland geholt haben. Diese mussten dann weit unter Mindestlohn und mit über 60 Arbeitsstunden pro Woche in den Restaurants der griechischen Familie arbeiten - unter anderem in Binz und Neubrandenburg.

Hauptangeklagter muss dreieinhalb Jahre ins Gefängnis

Der Hauptangeklagte, dessen Freundin, dessen Schwester und dessen Mutter legten im Laufe des Prozesses umfangreiche Geständnisse ab. Das Gericht hatte ihnen dafür im Vorhinein ein abgemildertes Strafmaß zugesichert. Das 36-jährige Familienoberhaupt muss nun für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Die zweijährige Haftstrafe der weiblichen Angeklagten wird jeweils für die Dauer von drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt.

Die Aushilfen kamen meist aus Georgien

Grund für die Schleusungen sei der Mangel an Arbeitskräften in den Restaurants der Familie gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Sie warf dem angeklagten Mann vor, als Kopf der mutmaßlichen Bande die Schleusungen organisiert zu haben. Die drei angeklagten Frauen wiederum führten demnach die Restaurants, in denen die eingeschleusten Männer und Frauen gearbeitet haben. Insgesamt 37 Frauen und Männer sollen von den Angeklagten in der Regel in Georgien angeworben und nach Deutschland gebracht worden sein.

Weitere Informationen
Gerichtssaal des Landgerichts Stralsund © dpa-Zentralbild Foto: Stefan Sauer

Prozess um Menschenschmuggel und Ausbeutung gestartet

Vor dem Landgericht Stralsund sind die Betreiber mehrerer Restaurants angeklagt: Sie sollen 37 Menschen ausgebeutet haben. mehr

Vor einem Restaurant in Wolgast stehen zwei Transporter. An dem Gebäude ist der Schriftzug "Griechische Spezialitäten" zu lesen. © NDR Foto: NDR

Durchsuchungen wegen illegaler Arbeitskräfte in Restaurants

Bei Razzien in MV und Niedersachsen hat die Polizei Beweise gesichert. Der Hauptverdächtige kam in Untersuchungshaft. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 23.05.2022 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Sonnenuntergang in Waase © NDR Foto: Dieter Lindemann aus Sassnitz

Ummanz gewinnt bei "Unser Dorf hat Zukunft"

Im Landeswettbewerb kommen Jabel und Grambow auf Platz zwei und Platz drei. mehr

Die kostenlose NDR MV App

Blick auf ein schwarzes Smartphone, dass die neue NDR Mecklenburg-Vorpommern App zeigt © NDR

Mecklenburg-Vorpommern immer dabei - NDR MV App

Nachrichten, Musik, Videos - NDR 1 Radio MV und Nordmagazin als App. Mit Livestreams, Corona-Infos für Ihre Region und direktem Kontakt ins Studio. mehr

Ein Smartphone zeigt einen Chat in der NDR MV App, in dem die App eine Liste mit Blitzern und Lasern in Mecklenburg-Vorpommern anzeigt. © ndr Foto: Christian Kohlhof

Aktuelle Blitzer in Mecklenburg-Vorpommern direkt aufs Handy

Über die NDR MV App können Sie sich jetzt eine Liste mit allen aktuellen Blitzern und Lasern aus MV schicken lassen. mehr

Ein Mann hält seinen Finger auf das Handy und liest eine Whatsapp-Nachricht. © Fotolia / preto perola

Der NDR MV Newsletter über unsere App

Aktuelle Nachrichten und Informationen bekommen Sie zweimal täglich über die NDR MV App oder per E-Mail. Hier können Sie sich für den NDR MV Newsletter registrieren. mehr