Stand: 01.03.2018 18:01 Uhr

Milchpreis: Bauern wollen, dass Politik eingreift

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Der derzeitige Rohmilchpreis von 30 Cent pro Liter deckt nicht einmal die Produktionskosten der Milchviehbetriebe im Land, sagen Landwirte. (Archivbild)

Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat auf dem Milchbauerntag in Karow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) politische Maßnahmen gegen zu niedrige Milchpreise verlangt. Die Auszahlungspreise waren im Februar auf 30 Cent pro Liter gesunken. Bundesweit wird dem Milchbauernverband zufolge schon wieder zu viel Milch produziert - aktuell fast sechs Prozent mehr als Vorjahr. Die Milchbauern fordern deshalb, dass die Politik im Krisenfall die Milchmenge steuern müsse.

Finanzielle Unterstützung für geringere Milchmenge gefordert

Konkret sollen Bauern finanziell unterstützt werden, wenn sie freiwillig weniger Milch abliefern, so die Forderung. Ankündigungen des Vorstandschefs der größten Molkerei Deutsches Milchkontor (DMK), die Bauern könnten langfristig mit Preisen zwischen 30 und 40 Cent pro Liter Milch rechnen, halten viele Milchbauern dagegen für Zweckoptimismus. Hintergrund ist laut dem Milchviehhalterverband, dass die Genossenschaftsmolkereien Verträge mit festen Milchpreisen und -mengen umgehen wollen. Etliche Bauern fordern um die 35 Cent pro Liter Milch als kostendeckende Preise.

Viele kleinere Betriebe geben auf

Die Umstrukturierung in der Milchproduktion zwingt seit Monaten vor allem kleinere Milchviehhalter zur Aufgabe. "Das sind Betriebe mit zum Beispiel 120 Tieren und das sind Schicksale", sagte Sabine Krüger von der Rinderallianz, die in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Rinderhalter betreut. Seit 2015 haben 189 Betriebe mit rund 32.600 Kühen aufgegeben. Dazu kommen 20 Prozent weniger Rinderzuchtbetriebe. Ein Folge-Problem dabei sei, dass in vielen Dörfern dadurch Arbeitsplätze wegfielen, die nicht ersetzt würden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.03.2018 | 17:30 Uhr

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