Stand: 18.03.2020 12:31 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Coronavirus: Viele Geschäfte in MV geschlossen

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Ab Mittwoch müssen Geschäfte in Mecklenburg-Vorpommern, die nicht für die Versorgung der Bevölkerung relevant sind, geschlossen bleiben. (Archivbild)

Von heute an müssen alle Geschäfte in Mecklenburg-Vorpommern geschlossen bleiben, die nicht relevant für die Versorgung der Bevölkerung sind. Das gab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagmittag nach Beratungen des Kabinetts bekannt. Auf diese Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatten sich der Bund und die 16 Bundesländer verständigt. Die Regelung gilt vorerst bis zum 20. April.

Supermärkte, Apotheken und andere Versorgungsgeschäfte bleiben offen

Nicht schließen müssen:

  • Supermärkte
  • Wochenmärkte
  • Getränkemärkte
  • Abhol- und Lieferdienste
  • Apotheken
  • Tankstellen
  • Banken und Sparkassen
  • Drogerien
  • Sanitätshäuser
  • Poststellen
  • Frisörsalons
  • Reinigungen
  • Waschsalons
  • Zeitungsverkäufe
  • Baumärkte
  • Tierbedarfsmärkte
  • Großhandel

Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe können normal weiterbetrieben werden.

Geschlossen für Publikumsverkehr werden dagegen:

  • Kneipen, Bars, Clubs, Diskotheken
  • Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen
  • Messen, Ausstellungen
  • Freizeit- und Tierparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (innen und außen)
  • Spezialmärkte
  • Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen
  • Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen
  • der Sportbetrieb in und auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen
  • Schwimm- und Spaßbäder
  • Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen
  • Spielplätze (innen und außen)

"Gesundheit der Bevölkerung ist Maßstab"

Restaurants müssen um 18 Uhr schließen, der Abstand zwischen den Tischen muss zwei Meter betragen, es dürfen nicht mehr als 50 Personen anwesend sein. Außer-Haus-Lieferungen dürfen rund um die Uhr durchgeführt werden. Die Gewerbeaufsichtsbehörden würden die Einhaltung der Schließungen überprüfen, so Schwesig. Diese einschneidenden Maßnahmen sollen dazu beitragen, die sozialen Kontakte weiter zu verringern und so die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus einzudämmen. "Wir sind uns einig, dass der Maßstab die Gesundheit der Bevölkerung ist", sagte Schwesig.

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Massive Umsatzeinbußen befürchtet

Vielen Betrieben, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Gastgewerbe drohen infolge der Corona-Krise massive Umsatzeinbußen. Wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte, will das Land den Unternehmen helfen, liquide zu bleiben. Laut Glawe geht es darum, Arbeitsplätze zu sichern.

Schwesig: "Das ist ein erster Schritt"

Dafür seien 100 Millionen Euro eingeplant. "Das ist ein ein erster Schritt", sagte Schwesig. Mit dem Geld solle vor allem Kleinstbetrieben geholfen und höhere Kreditbürgschaften ermöglicht werden. Ziel sei, durch verkürzte Bearbeitungszeiten den Abfluss der Mittel zu beschleunigen. Im Fall des Falles sei es aufgrund soliden Haushaltens möglich, auch weitere Hilfen zu gewähren, so Schwesig weiter. Nähere Informationen für Unternehmer gebe es auch unter der Hotline 0385/ 588 55 88.

Tourismus: Inseln völlig abgeriegelt

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hat Urlauber im Land aufgefordert, die Heimreise anzutreten. Bis Donnerstag müssen Touristen ihre Quartiere im Nordosten räumen. Die beschlossenen Schließungen und Einschränkungen treffen das Gaststätten- und Hotelgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern hart - viele Insulaner sind vom Tourismus abhängig. Deswegen droht vielen Angestellten dort die Kurzarbeit.

Kilometerlange Staus an der Grenze zu Polen

Auf Usedom können rund 3.500 Mitarbeiter der Branche aber im Moment ohnehin nicht zur Arbeit kommen. Nämlich die polnischen Angestellten, die auf der zwei-Länder-Insel pendeln. Bis Dienstag hatten die polnischen Grenzschützer die Pendler noch passieren lassen. Damit ist aber seit Mitternacht Schluss. Polnische Staatsbürger dürfen zwar weiter nach Polen einreisen, müssen danach aber in eine zweiwöchige Quarantäne. Die polnischen Grenzkontrollen führen auch am Grenzübergang Pomellen auf der A11 zu langen Staus. Pkw und Lkw stehen dort kilometerlang Stoßstange an Stoßstange.

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NDR 1 Radio MV | 18.03.2020 | 12:00 Uhr

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