Stand: 04.05.2020 13:23 Uhr

Corona: Polen lockert Auflagen für Pendler

Deutsch-polnische Grenze © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann
Kleine Grenzübergänge wie der in Linken sind weiterhin streng bewacht.

Polen hat seit Montag einige der wegen der Corona-Epidemie verhängten Auflagen für Pendler an der Grenze gelockert. Die Bundespolizei stellte keine Zunahme des Verkehrs an den Grenzübergängen fest. Laut den neuen Bestimmungen müssen polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren, bei ihrer Rückkehr nach Polen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Bestimmte Berufsgruppen sind von der Regelung allerdings ausgeschlossen.

Medizinisches und Pflege-Personal muss weiter in Quarantäne

Dazu zählen Ärzte, Krankenschwestern, Pharmazeuten und Altenpfleger. Zur Begründung hieß es, dass in diesen Berufsgruppen das Infektionsrisiko besonders hoch sei. Deshalb müssen Zugehörige zu diesen Gruppen bei einer Einreise nach Polen nach wie vor 14 Tage in Quarantäne verbringen. Insgesamt soll es in Polen rund 100.000 Personen geben, die nach Deutschland, Litauen, in die Slowakei und nach Tschechien pendeln.

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Tagegeld für Berufspendler bis 13. Mai verlängert

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hatte am Donnerstag die Unterstützung für polnische Berufspendler bis zum 13. Mai verlängert. Damit solle die Arbeitsfähigkeit der Betriebe gesichert werden, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Bislang seien Anträge für knapp 1.000 Pendler gestellt worden, hieß es. Wenn die Arbeitskräfte in MV bleiben, um weiter in dem Bundesland zu arbeiten, bekommen sie 65 Euro pro Tag. Hinzu kommen 20 Euro täglich für Familienmitglieder der Beschäftigten, die sich ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern aufhalten.

Erneut Protest in Linken

Die Quarantäne-Regelung hatte viele Berufspendler hart getroffen. Bei mehreren Demonstrationen hatten Hunderte dagegen protestiert. Zuletzt hatten sich knapp 300 Personen beiderseits des Grenzübergangs Linken eingefunden, um für die schnelle Öffnung sämtlicher Übergänge zu demonstrieren. Immerhin sei ein Anfang gemacht, sagte Organisatorin Katarzyna Werth vom deutsch-polnischen Kulturverein in Pasewalk.

Grenze bleibt vorerst geschlossen

Mitte März hatte die Regierung in Warschau beschlossen, die EU-Binnengrenzen für Ausländer zu schließen. Dabei soll es auch bis zum 13. Mai bleiben. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Die Einreise ist nur an ausgewiesenen Grenzübertrittstellen wie Pomellen und Gartz möglich. Kleinere Grenzübergänge wie Hintersee oder Blankensee sind weiterhin gesperrt und werden bewacht. Der grenzüberschreitende Schienenpersonenverkehr wurde eingestellt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 04.05.2020 | 12:40 Uhr

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