Corona-Impfung in Mecklenburg-Vorpommern begonnen

Stand: 28.12.2020 06:06 Uhr

Am Sonntag hat das Impfen gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. Die Impfungen könnten der Anfang vom Ende der Pandemie sein, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich hoffnungsvoll gezeigt, dass mit dem Anfang der Corona-Schutzimpfungen die Pandemie bald überwinden werden könne. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns mit den Impfstoffen Schritt für Schritt aus der Pandemie befreien können. Wir fangen bei denen an, wo das Risiko am höchsten ist, bei den älteren Menschen, vor allem auch hier in den Pflegeheimen", sagte Schwesig am Sonntag bei einem Besuch einer Senioreneinrichtung in Schwerin. Dort wurde die 92 Jahre alte Elfriede Smettons als eine der ersten Senioren in Mecklenburg-Vorpommern geimpft. Nach Angaben der Heimleitung hatten sich bei einer ersten Befragung 50 von 60 Bewohnern bereit erklärt, sich eine Spritze geben zu lassen.

Glawe: In kurzer Zeit möglichst viele impfen

"Je mehr wir impfen können, umso mehr können wir auch Dinge wieder lockern", betonte Schwesig. Sie erwarte eine auch insgesamt hohe Impfbereitschaft in der Bevölkerung des Landes. "Gerade bei uns in Ostdeutschland ist das Verhältnis zum Thema impfen doch eher positiv", so Schwesig. Wichtig sei nun, dass der Impfstoff zügig und in möglichst großen Mengen bereitgestellt werde. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) ergänzte, die Herausforderung bestehe jetzt darin, in möglichst kurzer Zeit eine große Zahl von Menschen zu impfen.

Erste Impfung in MV in Güstrow

In einer Pflegeeinrichtung in Güstrow war am Sonntagmorgen mit dem Impfen begonnen worden. 58 ältere Menschen sollten geimpft werden. "Wir beginnen behutsam und vorsichtig", sagte Landkreissprecher Michael Fengler NDR 1 Radio MV. Knapp 1.000 Impfdosen waren am frühen Morgen im Impfzentrum in Laage eingetroffen. Auch Rostock hatte rund 1.000 Dosen bekommen. Eine erste Impfung gibt es symbolisch im Impfzentrum in der HanseMesse. Danach waren drei mobile Teams unterwegs - unter anderem auch in einer Einrichtung in Lütten-Klein. Am Montag geht es dann im Impfzentrum in Schmarl und der Uni-Klinik weiter. Im ersten Schritt sollen Ärzte und Schwestern zum Beispiel aus dem Palliativmedizinischen Dienst geimpft werden. Auch im Landkreis Ludwigslust Parchim ist der Impfbeginn im Tagesverlauf geplant.

Knapp 10.000 Impfdosen in MV eingetroffen

In zwei Thermoboxen waren am Sonnabend insgesamt 9.750 Dosen des Impfstoffes von Biontech und Pfizer nach Mecklenburg-Vorpommern geliefert worden. Damit sollen zunächst Menschen im Alter ab 80 Jahren aufwärts geimpft werden. Dies treffe nach Angaben des Gesundheitsministeriums landesweit auf mehr als 127.000 Menschen zu. Die Impfungen beginnen in Alten- und Pflegeheimen. Landesweit werden dafür insgesamt 40 mobile Impfteams unterwegs sein. Unterstützt werden die Teams vom Technischen Hilfswerk und von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Mitarbeiter der Seniorenheime, Pflege- und medizinisches Personal auf Intensivstationen der Kliniken sollen ebenfalls gleich zu Beginn geimpft werden, wie auch zu Hause lebende Senioren. Diese werden nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) in den kommenden Tagen angeschrieben und können dann Impftermine vereinbaren.

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Städtetagspräsident: "Zeit für Massenimpfungen noch nicht gekommen"

Für die kommenden Tage werden weitere Dosen des Impfstoffes erwartet, insgesamt bis Jahresende noch einmal rund 20.000 für Mecklenburg-Vorpommern. Im neuen Jahr sollen dann wöchentlich zunächst knapp 15.000 Impfdosen geliefert werden. Der Impfstoff wird an einem geheimen Ort untergebracht. Biontech kann nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dieses Jahr bundesweit noch 1,3 Millionen Dosen liefern. Spahn selbst geht von Anlaufschwierigkeiten beim Impfstart aus und auch der Deutsche Städtetag hat die Erwartungen an den Auftakt gedämpft. Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es sei ein Anfang gemacht, aber der Spuk mit dem gefährlichen Coronavirus sei noch nicht vorbei. Die Infektionslage sei derzeit weiterhin besorgniserregend und die Zeit für Massenimpfungen noch nicht gekommen.

Impfzentren nehmen Arbeit im Januar auf

Im Januar werden die Impfzentren in Mecklenburg-Vorpommern die Arbeit aufnehmen können. Landesgesundheitsminister Glawe geht davon aus, dass eine Impfung etwa zwei Minuten dauert. In diesem Takt sollen auch Termine in den Zentren vergeben werden. Zuerst erfolgt eine Spritze zur Grundimmunisierung, dann drei Wochen später eine zweite Impfung. Rund zwei Drittel der Deutschen wollen sich nach einer aktuellen Meinungsumfrage immunisieren lassen. Früheren Umfragen zufolge ist die Impfbereitschaft deutlich geringer.

Corona in MV
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 27.12.2020 | 07:00 Uhr

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