Haupteingang des Rostocker Südstadtklinikums © Südstadtklinikum Rostock Foto: Südstadtklinikum Rostock

Corona-Fälle: OP-Verschiebungen am Südstadtklinikum Rostock

Stand: 19.11.2020 15:15 Uhr

Das Südstadtklinium in Rostock verschiebt wegen zahlreicher an Covid-19 erkrankter Patienten und infizierter Mitarbeiter planbare Operationen. Auch aus Pflegeeinrichtungen in Vorpommern wurden Neuinfektionen gemeldet.

Am Klinikum Südstadt Rostock haben sich Stand Donnerstagmittag insgesamt 13 Fachpflegekräfte und Ärzte von zwei Stationen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte das Krankenhaus mit. Alle mit dem Virus infizierten Mitarbeiter und enge Kontaktpersonen sind in häuslicher Quarantäne, die betreffenden Stationsbereiche wurden geschlossen, eine Station wurde inzwischen geräumt. Die Patienten, die auf diesen Stationen lagen, seien alle negativ getestet und auf andere Stationen verlegt beziehungsweise entlassen worden, hieß es weiter. Es soll weiter getestet werden. Die bereits eingeschränkten Besuchsregelungen sollen nicht weiter verschärft werden.

Zehn Covid-19-Patienten

Die Infektionen bei den Mitarbeitern stünden nicht im Zusammenhang mit den in separaten Bereichen behandelten Covid-19-Patienten, hieß es. Deren Zahl ist momentan so hoch wie noch nie. "Derzeit sind das zehn Patienten, zwei davon müssen auf der Intensivstation beatmet werden", so Verwaltungsdirektor Steffen Vollrath. Es seien auch Patienten aufgenommen worden, die an anderen Kliniken nicht mehr eingewiesen werden konnten.

 

Hohe Auslastung bei Beatmungsplätzen

Am Krankenhaus werden nun zum Teil aufschiebbare und planbare Operationen verschoben. Der Grund dafür sei die hohe Auslastung der Überwachungs- und Beatmungsplätze. "Das Klinikum kann die Versorgung der Patienten jedoch weiterhin vollumfänglich absichern", so der Ärztliche Direktor Jan Roesner. Wegen der aktuellen Fälle bei den Mitarbeitern seien Testreihen gestartet worden, um weitere Infektionen im Klinikum zu verhindern. Die Covid-19-Patienten werden bereits seit Beginn der Pandemie in gesonderten Bereichen der Normal- und Intensivstationen betreut.

Wismar: Zehn Klinik-Mitarbeiter infiziert

Auch das Sana-Klinikum in Wismar ist von einem Coronavirus-Ausbruch betroffen. Bislang seien zehn Mitarbeiter positiv getestet worden - darunter ein Oberarzt und drei Mitarbeiter der Intensivstation, hieß es von der Klinik. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich zumindest der Oberarzt bei den Covid-19-Patienten angesteckt haben könnte. Derzeit werden zehn Corona-Patienten im Sana-Klinikum betreut, zwei davon auf der Intensivstation. In Wismar wird derzeit die Station für Geriatrie, die Altersmedizin, leer geräumt, um mehr Corona-Patienten behandeln zu können.

Güstrower Klinik: Alle Operationen werden durchgeführt

Dagegen will das Klinikum Güstrow KMG weiterhin alle geplanten Operationen durchführen. Bereits im Sommer sei ein Konzept mit Abstands- und Hygieneregeln erarbeitet worden, sagte ein Kliniksprecher. Jeder Patient, der zu einer Operation ins Haus komme, werde getestet und gegebenenfalls bis zum Testergebnis isoliert. Corona-Patienten würden in gesonderten Bereichen behandelt. Dadurch könne das KMG auch derzeit planbare Operationen in allen Fachbereichen durchführen.

Viele Operationen fielen in Frühjahr aus

Im März hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Krankenhäuser aufgefordert, planbare Eingriffe - soweit medizinisch vertretbar - zu verschieben, um Betten für Covid-19-Patienten freizuhalten. So fielen in Güstrow bis zu 50 Prozent aller Eingriffe aus. Dies habe dazu geführt, dass erst im September alle Operationen aufgeholt werden konnten - parallel zum Alltagsgeschäft. Im Südstadtklinikum Rostock waren im Frühjahr nach Klinikangaben rund 1.000 Operationen ausgefallen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.11.2020 | 12:00 Uhr

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