Stand: 24.05.2020 17:17 Uhr

Corona: Caffier kritisiert Lockerungen in Thüringen

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vor dem Schweriner Schloss. © dpa Foto: Jens Büttner
Innenminister Caffier hält es für verfrüht, dass Thüringen bald auf allgemeine Corona-Schutzmaßnahmen verzichten will (Archivbild).

Die Ankündigung des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke), die Corona-Schutzmaßnahmen aufheben zu wollen, hat bundesweit Diskussionen ausgelöst. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat die Entscheidung kritisiert. Caffier sagte der "Bild am Sonntag", er halte eine solche Entscheidung für verfrüht. Baden-Württembergs Innenminster Thomas Strobl (CDU) erklärte, er sei dankbar für jede Lockerung, aber man müsse umsichtig und vorsichtig sein. Die erzielten Erfolge dürften nicht fahrlässig aufs Spiel gesetzt werden.

FDP: "Thüringen geht mutigen Schritt"

FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae erklärte, Thüringen gehe "einen mutigen Schritt voran". Die weitere Entwicklung müsse aber wachsam beobachtet werden. Wenn sich ein Infektionsherd örtlich auf bestimmte Landkreise, Orte oder gar nur Einrichtungen begrenzen ließe, sei es jedoch nicht zwingend erforderlich, ein ganzes Bundesland mit allen Nebenfolgen ins künstliche Koma zu versetzen.

SPD kritisiert Entescheidung Thüringens

Die SPD hält das Vorpreschen Thüringens für falsch. "Das ist ganz klar ein Fehler", sagte Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach der Saarbrücker Zeitung. "Denn wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus." Thüringen stelle genau die Maßnahmen in Frage, "denen man den gesamten Erfolg im Moment zu verdanken hat."

Nach ersten Lockerungen - neue Infektionen

Vor dem Hintergrund von neuen Infektionsfällen nach Kirchen- und Restaurantbesuchen sagte die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion Katrin Göring-Eckardt: Viele Bundesländer hätten Lockerungen vorangetrieben, nun müssten sie aufpassen, dass die Situation nicht entgleite. In Hessen hatten sich bei einem Gottesdienst mehr als 100 Menschen mit dem Corona Virus infiziert. In Niedersachsen hatte eine Feier in einem Restaurant zu 12 neuen Infektionsfällen geführt.

Schutzvorschriften in Thüringen bald aufgehoben

Thüringens Ministerpräsident Ramelow hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten zu wollen. Damit würden die Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Auch in Mecklenburg-Vorpommern treten von Montag an weitere Corona-Lockerungen in Kraft. So dürfen etwa Rehakliniken und Freibäder wieder öffnen, außerdem Filmtheater.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.05.2020 | 08:00 Uhr

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