Stand: 02.12.2019 17:44 Uhr

Chronik: Polizeiskandale in Mecklenburg-Vorpommern

Die Landespolizei in Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangenen Monaten und Jahren mehrfach negativ in die Schlagzeilen geraten. Ein Polizist steht in Schwerin vor Gericht, gegen einen anderen wird ermittelt, ein dritter wurde gerade in Rostock verhaftet. Ein kurzer Rückblick auf die größeren und kleineren Skandale.

Lorenz Caffier

Caffier zu Verfehlungen bei der Landespolizei

Nordmagazin -

Ein Polizist vor Gericht, gegen einen anderen wird ermittelt, ein dritter gerade verhaftet. Die Landespolizei produziert keine guten Nachrichten. Ein Interview mit Innenminister Lorenz Caffier.

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2014: Polizist in Waren veruntreut Verwarngelder

Ein Polizeibeamter in Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) veruntreut in etwa 200 Fällen Verwarngelder. Das Geld steckt er sich in die eigene Tasche. Der Schaden beläuft sich auf rund 6.000 Euro. Der Mann wird in einem späteren Prozess zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

2016: LKA-Beamter verrät Dienstgeheimnisse für ukrainischen Oligarchen

Ein Fahnder des Landeskriminalamts verkauft über Jahre an eine Unternehmensberaterin Dienstgeheimnisse - beispielsweise über den ukrainischen Oligarchen Dmitri Firtasch, der 2014 in Wien wegen Korruptionsvorwürfen inhaftiert worden war. Der Geschäftsmann wollte wissen, wie die Ermittlungen des FBI gegen ihn laufen. Der Fahnder kassiert für seine Dienste knapp eine halbe Million Euro. Das Ganze fliegt auf, der Mann muss für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

2018: Polizist hebt Geld mit EC-Karte eines Toten ab

Ein Polizist in Neubrandenburg hebt mit der EC-Karte eines Toten rund 2.000 Euro an einem Geldautomaten ab. Zuvor wurde der Beamte zu der Wohnung des Toten gerufen. Anstatt die Wertsachen des Toten zu sichern, steckte der Polizist die Karte mitsamt Geheimzahl ein und hob insgesamt viermal Geld ab. Seine Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.

2019: 55.000 Schuss Munition bei SEK-Beamten gefunden

Ein ehemaliger Scharfschütze eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei steht in Schwerin vor Gericht: Der Vorwurf: Er soll illegal Waffen und Munition gehortet haben. Bei dem Angeklagten zu Hause finden die Ermittler insgesamt rund 55.000 Schuss Munition, Maschinenpistolen und Übungsgranaten. Der Mann soll Verbindungen zur mutmaßlich rechtsextremen Gruppe "Nordkreuz" haben.

2019: Polizisten machen Minderjährigen sexuelle Avancen

Zwei Polizisten machen minderjährigen Mädchen sexuelle Avancen. Einer besorgt sich im Dienst die Handynummer einer 15-Jährigen und will sie über SMS zu einem Foto-Shooting einladen. Das Mädchen hatte zuvor auf dem Revier des Polizisten Anzeige erstattet, weil im Internet Sexbilder von ihr verbreitet wurden. Der zweite Beamte macht einer 13-Jährigen über WhatsApp sexuelle Avancen, die zuvor als Zeugin in einem Fall von Kindesmissbrauchs befragt wird.

2019: Munitionsfund bei Rostocker Wasserschutzpolizist

In Rostock wird ein Dienstgruppenleiter der Wasserschutzpolizei verhaftet. Wegen eines Disziplinarverfahrens wird seine Wohnung durchsucht. Die Beamten finden Waffen und Munition, diese fällt unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. Der Mann ist bis auf weiteres vom Dienst suspendiert.

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Nach den jüngsten Skandalen bei der Landespolizei in MV attestiert Innenminister Caffier eine Verunsicherung bei den Beamten. Eine höhere Offenheit für Extremismus bei der Polizei sieht er aber nicht. mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.12.2019 | 19:30 Uhr

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