Stand: 06.06.2019 20:38 Uhr

Bundespräsident Steinmeier besucht Vorpommern

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In Anklam sei die Abwanderung gestoppt, erklärte der Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, dem Bundespräsidenten.

Auf seiner Rundreise durch Vorpommern macht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag als erstes in Ducherow im Landkreis Vorpommern-Greifswald Station. Er will sich ein eigenes Bild machen von den Zukunftsperspektiven der Menschen in der Region. In Ducherow begrüßt ihn am Donnerstagvormittag Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Viele ortsansässige Vereine nutzen die Gelegenheit, sich dem Bundespräsidenten vorzustellen. Mit dabei sind unter anderem die Imker-AG der Schule, der Fußballclub und der Karnevalsverein von Ducherow.

Andere Erwartungen an die Politik auf dem Lande

"Mehr als 50 Prozent der Menschen in Deutschland leben auf dem Lande", so Steinmeier am Donnerstag in Ducherow. Und diese hätten andere Erwartungen an die Politik als die Einwohner in Städten und Ballungszentren. Die Gemeinde Ducherow hat rund 2.500 Einwohner und ist damit vergleichsweise groß. Auch die gute Infrastruktur ist für die Region nicht selbstverständlich. Der Bundespräsident erfährt dort nur von wenigen Problemen. Dabei fühlen sich in der Region viele Menschen oft "abgehängt" von der Landespolitik in Schwerin. Auf seiner Fahrt durch Vorpommern sieht Bundespräsident Steinmeier viele leere Häuser, sagt er, eine Folge des Bevölkerungsschwundes.

Gespräche im Regionalzentrum für Demokratie in Anklam

Seine Reise bringt das Staatsoberhaupt weiter nach Anklam. In die Region würden inzwischen mehr Menschen ziehen als aus der Region abwandern, erklärt Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) bei einem gemeinsamen Besuch in dem Regionalzentrum für Demokratie in Anklam. Steinmeier informiert sich dort über Extremismus und Demokratieprojekte. Das Zentrum berät zum Beispiel Lehrer und Erzieher, wie sie mit extrem rechten Strukturen umgehen können. Im Gespräch mit dem Bundespräsidenten erklärt Delphine Wollenberg, die Leiterin der Einrichtung, dass sich die rechtsextremistische Szene in Vorpommern wandelt. "Sie agiert nicht mehr so martialisch wie in den 1990er Jahren. Aber die Menschen sind da".

Vegetarische Fertiggerichte in Rothenklempenow

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Bei seiner ersten Station in Ducherow traf Bundespräsident Steinmeier auch Ministerpräsidentin Schwesig.

Eine weitere Station macht Bundespräsident Steinmeier in Rothenklempenow, wo er bei einem Start-Up-Unternehmen zu Gast ist. Die Produzenten von "Lunch Vegaz" zeigen dem Staatsoberhaupt, wie sie aus regional angebauten Rohstoffen vegetarische Fertiggerichte herstellen. Schon jetzt vertreibt das Unternehmen seine Produkte europaweit. Einen abgehängten Osten entdeckt Steinmeier hier nicht. Nach seinen vielen Begegnungen in Vorpommern ist sich der Bundespräsident sicher, dass die Region Zukunft hat.

Bereits die siebte Reise unter dem Motto "Land in Sicht"

Am Abend schließlich trifft Steinmeier auf Schloss Bröllin rund 170 Ehrenamtliche sowie Kunst- und Kulturschaffende zum Gespräch. Seit vergangenem Sommer widmet sich der Bundespräsidenten ländlichen Regionen in Deutschland, die vor besonderen Herausforderungen, wie zum Beispiel dem demografischen Wandel, stehen. Es ist seine siebte Reise unter dem Motto "Land in Sicht". Unter anderem war er bereits in der Uckermark, in Ostfriesland und in der Oberlausitz. Mit seinem Besuch will Steinmeier Vorpommern Aufmerksamkeit und Zeit widmen, um über Probleme und Lösungsansätze für das Leben auf dem Land zu sprechen. Das Landleben ist Steinmeier nicht fremd. Er selbst ist im nordrhein-westfälischen Dorf Brakelsiek aufgewachsen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 06.06.2019 | 20:00 Uhr

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