Stand: 02.12.2019 17:21 Uhr

Biber dürfen ab 2020 in MV leichter getötet werden

In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit 2.000 bis 3.000 Biber. (Archivbild)

Biber dürfen in Mecklenburg-Vorpommern ab 2020 bei drohenden Schäden ohne Genehmigung geschossen werden. Das Umweltministerium in Schwerin legte am Montag eine entsprechende Landesverordnung vor, die am 1. Januar in Kraft tritt. Bisher musste immer eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde eingeholt werden, um einen Biber zu töten.

Tötung bei drohenden Dammbrüchen oder Überschwemmungen möglich

Das ist in vielen Fällen ab Januar nicht mehr der Fall, beispielsweise wenn Deichbrüche oder Überschwemmungen drohen. Dann können beispielsweise Wasser- und Bodenverbände oder betroffene Unternehmen wie die Deutsche Bahn künftig selbstständig Maßnahmen gegen den Biber und seine Bauten ergreifen. Die Schäden etwa durch Überflutung von Agrarflächen oder Straßen betrugen 2018 nach früheren Ministeriumsangaben rund 500.000 Euro.

Tötung als letztes Mittel

Die Tötung eines Bibers dürfe nur der letzte Ausweg sein, betonte der Staatssekretär des Umweltministeriums, Jürgen Buchwald. In erster Linie seien andere Maßnahmen, wie etwa der Einbau von Dammdrainagen, umzusetzen. Die Regelung in Mecklenburg-Vorpommern orientiere sich an den Bestimmungen in Brandenburg. Mit der Biberverordnung kann auch der Naturschutzbund kurz Nabu leben, da Biber nur in wenigen, sehr speziellen Fällen getötet werden dürften, so der Landesvorsitzende Stefan Schwill zu NDR 1 Radio MV.

Nach Wiederansiedlung stark vermehrt

Biber sind streng geschützt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Nagetiere weitgehend verschwunden und wurden dann wieder angesiedelt. Zuletzt vermehrten sie sich stark. Ihre Zahl wird in Mecklenburg-Vorpommern aktuell auf 2.000 bis 3.000 Exemplare geschätzt. Buchwald nannte die Wiederansiedlung einen Erfolg des Naturschutzes. "Akzeptanz für den Biber kann aber nur dann entstehen, wenn im Schadensfall auch die erforderlichen Maßnahmen möglichst unproblematisch ergriffen werden können."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.12.2019 | 15:00 Uhr

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