Stand: 18.06.2019 11:17 Uhr

Darßbahn: Pruchten scheitert vor dem OVG

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Die Darßbahn soll die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst touristisch besser erreichbar machen. Die Baukosten werden auf über 100 Millionen Euro geschätzt.

Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hat die Klage der Gemeinde Pruchten gegen die Darßbahn zurückgewiesen. Pruchten hatte befürchtet, auf den Kosten für Bahnübergänge sitzen zu bleiben.

Zwei Züge an einem Bahnhof.

Klage zur Darßbahn abgewiesen

Nordmagazin -

Gute Nachrichten für die Usedomer Bäderbahn: Die Klage der Gemeinde Pruchten gegen den Planfeststellungsbeschluss zum ersten Abschnitt ist vom OVG abgewiesen worden.

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Neubau oder Wiederinbetriebnahme?

Die Gemeinde ist der Auffassung, dass es sich beim Streckenabschnitt zwischen Barth und Bresewitz um einen Neubau handelt. Das Gericht ist allerdings der Auffassung, dass die Strecke nicht entwidmet, also nicht offiziell stillgelegt wurde, obwohl dort seit Jahren keine Züge mehr rollen. Vielmehr werde die Strecke wieder in Betrieb genommen, sagte ein Sprecher des Gerichts.

Keine Revision zugelassen

Deshalb sei eine umfängliche Umweltverträglichkeitsprüfung, die bei einem Neubau vorgeschrieben wäre, nicht notwendig. Zudem ließen sich Kosten für Bahnübergänge nicht über die Planfeststellung geltend machen. Dies werde gesondert im Eisenbahnkreuzungsgesetz geregelt, so der Sprecher. Die Usedomer Bäderbahn, die die Strecke nach Prerow bauen will und am Verfahren beteiligt ist, begrüßte das Urteil. UBB-Chef Jörgen Boße sagte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, es gebe jetzt Rechtssicherheit für weitere Planungen. Das Oberverwaltungsgericht hat eine Revision nicht zugelassen.

Erreichbarkeit zu welchem Preis?

Befürworter der Darßbahn pochen auf eine bessere Erreichbarkeit der touristisch geprägten Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Kritiker - wie etwa der Bund der Steuerzahler Mecklenburg-Vorpommern - meinen dagegen, die Strecke hätte das Potenzial zur teuersten Bahnstrecke der Republik. Der Steuerzahlerbund geht von rund 115 Millionen Euro Baukosten aus.

Darß-Bahn ist Teil des Koalitionsvertrags

Das Projekt im Landesteil Vorpommern ist auch Teil des Koalitionsvertrages zwischen SPD und CDU. Die Regierungspartner verweisen aber auf die Rolle des Bundes bei der Finanzierung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 18.06.2019 | 16:00 Uhr

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