Stand: 12.08.2020 06:11 Uhr

Arbeitsschutz: Erhöhter Druck auf Fleischerhandwerk in MV

Schweinebäuche und Koteletts hängen am 10.01.2017 in Muxall (Schleswig-Holstein) in einer Fleischerei. © dpa Foto: Carsten Rehder
Das neue Gesetz zum Arbeitsschutz in der Fleischwirtschaft bedroht vor allem die kleineren, handwerklichen Fleischereien. (Symbolbild)

Der Widerstand gegen das vom Bundeskabinett beschlossene Gesetz zum Arbeitsschutz in der Fleischwirtschaft wächst. In Mecklenburg Vorpommern befürchten viele Betriebe die wirtschaftlichen Folgen. Gegenwehr kommt von den handwerklichen Fleischereien. Andreas Ledder, Vorstandsmitglied im Verband, kritisiert, dass Betriebe mit mehr als 49 Mitarbeitern künftig automatisch als Industriebetriebe gelten sollen. In seinem Rostocker Betrieb zerlegen nur sechs Mitarbeiter das Fleisch, die anderen sind unter anderem in der Verarbeitung und im Verkauf tätig - alle arbeiten in Vollzeit, es gibt keine Werkverträge. Trotzdem würde er mit seinen 80 Angestellten nach den aktuellen Plänen seinen Handwerksstatus verlieren.

VIDEO: Trifft das Werkvertrags-Verbot die Falschen? (4 Min)

In sechs Monaten nicht umsetzbar

Tobias Blömer vom Agrarmarketing des Landes hält die neuen Vorgaben aber auch für Industriebetriebe innerhalb von sechs Monaten für kaum umsetzbar. Gegen den Wegfall der Werkverträge habe er grundsätzlich nichts. Allerdings bestehe die Gefahr, dass die ausländischen Vertragsarbeiter von ihren Subunternehmern in andere Branchen oder Länder Europas vermittelt werden. Außerdem würde das geplante Verbot von Leiharbeit unmöglich machen, auf saisonale Marktschwankungen zu reagieren.

Backhaus fordert Nachbesserungen

Diese Positionen teilt auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) und fordert entsprechende Nachbesserungen im Gesetz. Es könnte ja nicht sein, dass jetzt die Handwerksbetriebe Probleme bekommen, weil die Branchenriesen Fehler gemacht haben, so der Landwirtschaftsminister gegenüber NDR 1 Radio MV.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.08.2020 | 06:30 Uhr

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