NDR Info Hintergrund

Rio - der größte Sklavenhafen der Welt und sein Erbe

Montag, 01. August 2022, 20:33 bis 21:00 Uhr, NDR Info

Historische Steine, die eine Treppe für Sklaven bildeten, in einer Straße von Rio de Janeiro. © picture alliance / Nur Photo Foto: Luiz Souza

Ein Feature von Anne Herrberg, ARD Studio Buenos Aires

Merced Guimaraes vor einer Ausgrabungsstelle in ihrem Haus. © ARD Foto: Anne Herrberg
Das Haus von Merced Guimaraes steht auf einem Massengrab mit 40.000 Leichen.

Rio de Janeiro, Stadt des Samba und des Karnevals, war einer der größten Sklavenhäfen der Welt. Sklaven verluden für die europäischen Kolonialherren die Reichtümer Brasiliens auf Schiffe, pflegten die Kinder der Reichen, schufteten auf Kaffeeplantagen und bauten Paläste. Doch bis heute wird der Menschenhandel in der Stadt heruntergespielt und als eine Art 'humaneres' Gegenstück zur Sklaverei in den US-Südstaaten verklärt. Eine Aufarbeitung der Geschichte findet nicht statt.

Aufarbeitung der Geschichte durch Initiativen

Es gibt kein offizielles Museum in der Stadt, archäologische Fundstätten von Massengräbern, die unter anderem während der Bauarbeiten zu den Olympischen Spielen ans Licht kamen, bekommen keine Finanzierung und die Militärpolizei, die einst zur Verfolgung flüchtiger Sklaven gegründet wurde, gilt bis heute als eine der brutalsten Sicherheitskräfte der Welt – in keiner Stadt der Welt kommen bei Polizeieinsätzen so viele, überwiegend schwarze Menschen ums Leben wie in Rio. Gleichzeitig hat sich eine junge Generation Schwarzer Rechte erkämpft, fordert eine Aufarbeitung der Wurzeln des strukturellen Rassismus in der Stadt ein und drängt in die Politik.

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