Zwischen Hamburg und Haiti

Jakarta - am Fluss durch die Megacity

Sonntag, 09. Mai 2021, 09:34 bis 10:00 Uhr, NDR Info

Hassana (links) wohnt am Fluss Ciliwung in Jakarta mit ihrer Familie. © NDR Foto: Achim Nuhr

Von Achim Nuhr

Ein "Kampong" in Jakarta - eines der alten, dörflich anmutenden Wohnviertel, von denen viele an den Ufern des Flusses Ciliwung liegen © NDR Foto: Achim Nuhr
In der indonesischen Hauptstadt Jakarta leben 32 Millionen Bewohner: in neuen Luxuswohntürmen, Mietskasernen oder uralten Holzhütten. Von Verdrängung bedroht sind die Einwohner der "Kampongs", der alten, dörflich anmutenden Wohnviertel, von denen viele an den Ufern des Flusses Ciliwung liegen.

Der Ciliwung ist der größte Fluss der Megacity Jakarta: Er fließt 20 Kilometer quer durch die Metropole bis in die Javasee. Weil die indonesische Hauptstadt noch nicht so gentrifiziert ist wie Bangkok oder Kuala Lumpur, liegen an den Ufern Dorf und Weltstadt, Regenwald und Asphaltdschungel dicht beieinander: Neben futuristischen Wolkenkratzern stehen noch viele Holzhütten, vereinzelt sogar prächtige, übrig gebliebene Regenwald-Bäume.

Jakarta - zwischen Wolkenkratzern und Kampongs

Hassana (links) wohnt am Fluss Ciliwung in Jakarta mit ihrer Familie. © NDR Foto: Achim Nuhr
Der Ciliwung fließt gleich vor der Hütte von Frau Hassana (links) entlang und reißt bei Hochwasser ihren Hausrat mit, falls sie ihn nicht rechtzeitig mit ihren Verwandten auf die nächsthöhere Straße tragen kann.

Wir begegnen Menschen, die noch in den traditionellen indonesischen "Kampongs" leben, Fische fangen und in Gärten Gemüse anbauen - aber auch den Bewohnern moderner Apartmenttürme, die von oben gelassen auf den Ciliwung schauen: Nach Tropengewittern treten dort Flutwellen über die Ufer und spülen in den Hütten den Hausrat fort.

Frau Maggie wohnt in einem der "Pancoran Apartments am Flussufer" in einem umzäunten Anwesen in Jakarta © NDR Foto: Achim Nuhr
Frau Maggie wohnt in einem der "Pancoran Apartments am Flussufer" in einem umzäunten Anwesen. Im Innenhof ist in brütender Hitze ein Basketball-Platz zu sehen, der so auch in New York liegen könnte.

"Noch besteht Jakarta aus zwei Teilen", meint der Architekt Muhammad Kamil von "Architekten ohne Grenzen": Die modernen Viertel stehen für die Tradition der früheren Kolonialherren aus den Niederlanden, in den Kampongs tobt das ursprüngliche Leben der Indonesier. Wie lange das noch so bleibt, ist ungewiss: Der städtische "Generaldirektor für Flüsse" hat verkündet, dass die Ufer des Ciliwung von 350.000 armen Einwohnern "befreit" werden sollen.

Musik in der Sendung

Fréderic Sans: Personal identity
Christopher Dierk: Taken for granted
Richard Myhill: Southern Heat (Ensemble)
Erol Sarp/Lukas Vogel: Circonflex (Grandbrothers)
Richard Myhill: Hot lips
J. Anandasivam/N. Suana: Golden Prophecy
J. Anandasivam/N. Suana: Sacred Dynasties

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