NDR Info Hintergrund

Biometrie: Zukunftstechnologie oder Massenüberwachung?

Montag, 11. Oktober 2021, 20:33 bis 21:00 Uhr, NDR Info

Mitch Altman in seinem Arbeitsraum. © dpa picture alliance Foto: Anna Loll

Ein Feature von Anna Loll

Ein Mann läuft am Berliner Südkreuz über die Aufschrift: Pilotprojekt Gesichtserkennung Erkennungsbereich
Biometrische Gesichtserkennung ist auch in Überwachungskameras einsetzbar.

Anonym durch die Welt zu gehen - das war einmal. Überall hinterlassen wir in unserem Leben digitale Spuren. Selbst dann, wenn wir uns unbeobachtet und unbemerkt fühlen, können uns andere identifizieren. Mit Hilfe der Biometrie. Die Erfassung und Analyse von körperlichen Merkmalen sind in viele Bereiche unseres privaten und öffentlichen Lebens vorgedrungen. 

Besonders die Gesichtserkennung ist kombiniert mit künstlicher Intelligenz ein mächtiges und sehr nützliches Werkzeug für die digitale Alltagsgestaltung - mit Nebenwirkungen. Während sich manche an der problemlosen Entsperrung des Smartphones per „Face Recognition“ erfreuen, arbeiten andere daran, Millionen von Menschen identifizierbar und klassifizierbar zu machen. Unschuldige werden potentiell wie Verbrecher behandelt. 

Eines dieser Softwareprogramme, Videmo, hat die Hamburger Polizei für die Aufklärung der Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel 2017 benutzt. Für den bis Juni 2021 amtierenden Datenschutzbeauftragten der Hansestadt Johannes Caspar wirft diese Fahndungsmethode erhebliche rechtstaatliche Fragen auf.  Ein Pilotprojekt der Bundespolizei mit biometrischer Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz wurde zwischenzeitlich ausgesetzt, wegen fehlender gesetzlicher Grundlage.  Wie trügerisch und fehlerhaft diese Programme teilweise arbeiten, hat die Autorin in einem Selbstversuch mit Mitch Altman, einem Urgestein der internationalen Hackerszene, erlebt.

Mehr Nachrichten

Ein Mann steht an der Kaimauer während der Sturmflut im Anschluss an das Sturmtief "Sabine". (Archivfoto) © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa

Herbststurm: Es bleibt ungemütlich im Norden

Auch wenn Tief "Hendrik II" etwas abflaut, ist heute erneut mit teils schweren Sturmböen zu rechnen. Auch Sturmfluten sind möglich. mehr