Drei Personen sitzen im Wartebereich der Bundesagentur für Arbeit hinter einem Aufsteller mit dem Logo der Agentur. © dpa bildfunk Foto: Larissa Schwedes

Positiver Trend auf dem Arbeitsmarkt im Norden hält an

Stand: 31.08.2021 10:34 Uhr

Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt setzt sich fort - bundesweit und auch in Norddeutschland. Das Niveau der Vor-Pandemie-Zeit ist allerdings noch nicht wieder erreicht. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat während Corona zugenommen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August entgegen dem sonst üblichen saisonalen Trend zurückgegangen. Bundesweit waren 2,58 Millionen Menschen ohne Job, 12.000 weniger als im Juli und 377.000 weniger als im August 2020. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,6 Prozent.

Niedersachsen: Deutlich weniger Arbeitslose als vor einem Jahr

Im August waren in Niedersachsen 242.119 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies sind etwas mehr als noch im Juli, allerdings 12,4 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 5,5 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht vor allem auf unter 25-Jährige zurück. Jedes Jahr melden sich nach dem Ende der Schulzeit oder Ausbildung junge Leute vorübergehend arbeitslos, bis sie entscheiden, wie es beruflich oder mit einem Studium weitergeht. "Im Sommer sind auch frisch ausgelernte Fachkräfte, die nicht übernommen wurden, auf Jobsuche. Ein guter Zeitpunkt für Betriebe, um Nachwuchs zu suchen", sagte Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. Die jungen Fachkräfte seien allerdings heiß begehrt und würden meist sehr schnell neue Arbeitsplätze finden.

Im August gab es in Niedersachsen 85.441 freie Arbeitsstellen, davon über 76 Prozent auf Fachkraftniveau oder höher.

Schleswig-Holstein: Vorgezogener Herbstaufschwung

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein liegt aktuell bei 85.200. Das ist ein Minus von 12.400 oder 12,7 Prozent gegenüber dem August des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat Juli ist es ein Rückgang um 4.100 oder 4,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote sinkt leicht auf 5,4 Prozent. Gegenüber dem August-Wert des Vorjahres - er lag damals bei 6,2 Prozent - ist die Quote um 0,8 Prozentpunkte gesunken.

"Wir können für Schleswig-Holstein einen vorgezogenen Herbstaufschwung melden, denn die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich auch im August ungemindert fort: Die Unternehmen stellen ein. Speziell die Zahl der Arbeitslosen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist im Vorjahresvergleich überdurchschnittlich gesunken", sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.

Haupt-Koopmann betonte allerdings auch, dass noch immer Spuren der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein sichtbar seien. "Das Vorkrisenniveau haben wir bisher noch nicht wieder erreicht. Das dokumentiert insbesondere die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die während der Corona-Pandemie deutlich zugenommen hat."

Mecklenburg-Vorpommern: Weiter positiver Trend

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Zahl der Arbeitslosen - im Vergleich zum August des Vorjahres - mit 58.300 um 6.800 oder 10,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 7,1 Prozent, im August 2020 lag sie bei 7,9 Prozent.

Auch im Vergleich zum Vormonat Juli sank die Zahl der Arbeitslosen: um 1.900 oder 3,2 Prozent. "In Mecklenburg-Vorpommern setzt sich auch nach den Sommerferien die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fort", betonte Haupt-Koopmann. Insbesondere die Zahl der Arbeitslosen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung sei im Vorjahresvergleich überdurchschnittlich gesunken: um 4.400 oder 12,2 Prozent. Aber auch für Mecklenburg-Vorpommern gelte, dass man vom Niveau der Zeit vor Ausbruch der Pandemie noch entfernt sei.

Hamburg: Arbeitslosenquote sinkt auf 7,3 Prozent

In Hamburg sind aktuell 78.572 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 11.235 weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Juli ist die Zahl um rund 3.428 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,3 Prozent. Arbeitsagentur-Chef Sönke Fock spricht von einer ermutigenden Lage.

Erfreulich ist für Fock auch, dass es immer mehr offene Stellenangebote gibt. Aktuell sind es 11.835. Das sind fast genauso viele wie kurz vor Beginn der Corona-Pandemie Anfang vergangenen Jahres. Besonders viele Jobs gibt es in der Industrie, der Logistik und im Bereich Einzelhandel und Tourismus.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 31.08.2021 | 10:00 Uhr

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