Stand: 17.10.2019 19:11 Uhr

Länder prüfen neue Sommerferien-Termine

Eine Familie mit einem Kofferwagen voll Gepäck © imago images / PhotoAlto
Bislang starten die Sommerferien in den einzelnen Bundesländern zu anderen Zeiten.

Die Termine für die Sommerferien kommen auf den Prüfstand. Das haben die Kultusminister der Länder auf ihrer Konferenz in Berlin am Donnerstag beschlossen und lassen sich nun Vorschläge dazu erstellen. Hamburg und Berlin hatten vorgeschlagen, den Zeitraum zu verkürzen, in dem die sechswöchigen Ferien stattfinden können.

Nord-Länder haben unterschiedliche Positionen

Die Bundesratsinitiative unterstützt auch Niedersachsen: Das niedersächsische Kultusministerium, der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte und Philologen seien dafür, die Tourismusbranche halte die starke Eingrenzung allerdings für wirtschaftlich fatal, schreibt die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Aus diesem Grund lehnen auch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eine Neuregelung ab.

Jährliche Verschiebung der Sommerferien soll gering sein

Berlin und Hamburg fordern, dass die Ferien frühestens am 1. Juli und nicht bereits im Juni beginnen. Sie wollen die Verschiebungen der Sommerferien möglichst gering halten. Denn die jährlichen Sprünge führen in den Ländern immer wieder zu verkürzten Schuljahren - gerade beim Wechsel von einem späten auf einen frühen Ferientermin - mit Auswirkungen auf die Abschlussprüfungen: Stress für Schüler und Lehrkräfte. Der Vorteil eines einheitlicheren Zeitkorridors wäre, dass die Schuljahre weitgehend gleich lang bleiben und gerade die Abschlussprüfungen - wie das Abitur - in einer verlässlichen und sicheren Zeitspanne stattfinden können, zitiert das "Hamburger Abendblatt" Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD). Und der führt ein weiteres Argument ins Feld: "Zudem können sich Kinder und Eltern ab 1. Juli verlässlicher auf besseres Sommerwetter freuen."

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Einbußen bei Tourismusbranche befürchtet

In Mecklenburg-Vorpommern hatten Schüler und Lehrer in diesem Jahr vom 1. Juli bis zum 10. August frei. Im nächsten Jahr beginnen die Sommerferien fast zwei Wochen früher. Die Lernziele würden dennoch erreicht, heißt es aus dem Schweriner Bildungsministerium. Für eine Änderung der Regelung sieht es keinen Bedarf. Das Schweriner Wirtschaftsministerium warnt zudem vor einer Verkürzung des Sommerferienkorridors. Dem Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern würden mit jedem wegfallenden Tag sieben Millionen Euro an Einnahmen entgehen. Eine Verkürzung des Zeitraumes sei nicht hinnehmbar, so Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Auch das Kieler Bildungsministerium warnt: "Ein zu enger Ferienkorridor in ganz Deutschland könnte negative Auswirkungen auf den Tourismus haben, wenn die Saison dadurch kürzer würde.

Sollte es tatsächlich Veränderungen geben, dann frühestens in vier bis fünf Jahren. Bis zum Sommer 2024 haben die Kultusminister die Ferientermine nämlich schon festgelegt.

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Zahlreiche Familien baden in der Nordsee auf Norderney, im Hintergrund ist die Fähre Frisia IV zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Janis Meyer

Sommerferien: Niedersachsen für Neuregelung

Die Stadtstaaten Hamburg und Berlin wollen per Bundesratsinitiative den Korridor für die Sommerferien eingrenzen. Niedersachsen unterstützt den Vorstoß. Die Tourismusbranche warnt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.10.2019 | 07:00 Uhr

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