Stand: 11.05.2020 13:34 Uhr

Eisheilige bestimmen das Wetter: Bodenfrost droht

Kühe stehen am Morgen auf einer frostigen Wiese in der Sonne.  Foto: Dr. Jan Beening
Die Temperaturen sacken noch einmal stark ab. (Archivbild)

Eigentlich gibt es - zumindest laut den Statistiken der Meteorologen - die Eisheiligen gar nicht. Trotzdem machen sie in diesen Tagen ihren Namen alle Ehre. Denn nach dem frühsommerlichen Wetter am Wochenende stürzen die Temperaturen zu Beginn der Woche regelrecht ab - fast im ganzen Norden muss nachts mit Bodenfrost gerechnet werden. Alte Bauernregeln rund um die Eisheiligen wie "Aussäen - nie vor der 'kalten Sophie'" treffen in diesem Jahr also durchaus zu. Zur kühlen Polarluft kommen zudem stürmische Böen hinzu.

Bodenfrost droht im ganzen Norden

Am Sonntag frischte der kalte Wind im Tagesverlauf aus Richtung Norden deutlich auf. Sturmböen erreichten an der Ostsee laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bis zu 65 km/h, an der Nordsee bis zu 80 km/h. Die kühle Luft soll sich peu à peu im ganzen Norden durchsetzen und das Wetter in den kommenden Tagen bestimmen. Im Harz kann es ab einer Höhe von 600 Metern sogar leicht schneien.

Am kältesten wird voraussichtlich die Nacht zum Dienstag mit Temperaturen von bis zu minus vier Grad in Bodennähe. "Aber auch in der restlichen Woche muss im Norden mit frostigen Temperaturen gerechnet werden", betonte DWD-Meteorologe Tobias Schaaf im Gespräch mit NDR.de. Tagsüber pendeln sich die Temperaturen laut Vorhersage zwischen etwa 8 und 13 Grad auf eher frischen Werten ein.

Niederschläge vor allem im Süden Niedersachsens

Viel Regen, der vor allem von den Landwirten herbeigesehnt wird, ist hingegen nicht zu erwarten. Nur einige Schauer, teils mit Graupel, mehr komme laut Meteorologen nicht vom Himmel.

Mit recht windigem Schauerwetter geht es auch zur Mitte der Woche weiter, wenn ein neues Schlechtwettertief von der Ostsee her den Norden erreichen soll. Die Temperaturen ändern sich dabei voraussichtlich kaum.

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Blick auf die Außenalster bei diesigem Wetter © NDR Foto: Eduard Valentin

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Hintergrund: Eisheilige

Als "Eisheilige" werden die fünf Heiligen bezeichnet, deren Namenstage die katholische Kirche zwischen dem 11. und 15. Mai feiert. Der Name "Eisheilige" rührt daher, dass einer Bauernregel zufolge häufig Mitte Mai eine Wetterperiode mit Zufuhr arktischer Meeresluft einsetzt, die als kritisch für die Landwirtschaft gilt. An diesen Tagen droht nach den Erfahrungen der Bauern der letzte Frost und damit eine große Gefahr für die Ernte. Vermutlich stammt diese Regel aus einer mittelalterlichen Kälteperiode, aktuelle Statistiken können diese Regelhaftigkeit für genau diese Tage im Mai aber nicht bestätigen.

Mammertus (11. Mai) war im fünften Jahrhundert Bischof im französischen Vienne. Pankratius (12. Mai) wurde ein Jahrhundert früher in Rom als Märtyrer hingerichtet, und Servatius (13. Mai) war im vierten Jahrhundert Bischof im belgischen Tongern. Mit dem am 14. Mai gefeierten heiligen Bonifatius ist nicht der als "Apostel der Deutschen" bekannte angelsächsische Benediktinermönch, sondern ein gleichnamiger sizilianischer Märtyrer aus dem vierten Jahrhundert gemeint. Die Mailänderin Sophia (15. Mai), im Volksmund als "kalte Sophie" bekannt, starb im zweiten Jahrhundert in Rom als Märtyrerin, nachdem sie von Kaiser Hadrian verurteilt worden war.

Bei der Datierung der Eisheiligen gibt es regionale Unterschiede: Im Norden Deutschlands dauern sie traditionell vom 11. bis 13. Mai, im Süden vom 12. bis 15. Mai.

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NDR Info | Aktuell | 10.05.2020 | 11:00 Uhr

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