Aktuelle Pegelstände: Niedrigwasser in Elbe, Weser und Ems

Stand: 05.10.2022 08:30 Uhr

In weiten Teilen Deutschlands hat es in diesem Sommer kaum geregnet, auch die Flüsse in Norddeutschland sind von der Trockenheit und Niedrigwasser betroffen. Unsere Karte zeigt die aktuellen Pegelstände an Elbe, Weser, Ems und Aller.

von Claus Hesseling

Mehr als die Hälfte aller Pegel in Norddeutschland, deren Daten von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) gesammelt werden, zeigen derzeit einen niedrigen Wasserstand (32 der 59 Pegelstellen). Von dem aktuellen Niedrigwasser sind sowohl die Einzugsgebiete von Elbe und Weser sowie Ems und Aller betroffen.

Binnenschiff auf der Elbe bei Niedrigwasser auf Höhe Kirchwerder, Hamburg. © picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde Foto: Christian Ohde
AUDIO: Binnenschifffahrt leidet massiv unter Niedrigwasser (4 Min)

Weser: Fährbetrieb bereits eingestellt

Prozentual liegt der Pegel Rethem an der Aller am deutlichsten unter dem mittleren Niedrigwert. Auch an den anderen Messstellen führt die Aller derzeit sehr wenig Wasser. Die Wasserstände an Ilmenau, Trave und Peene bewegen sich noch im Normalbereich. An der Weser haben Fähren bereits ihren Betrieb eingestellt. Der Fluss ist stark abhängig vom Zufluss durch die Edertalsperre in Nordhessen. Je nach Füllstand der Talsperre kann das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser den Abfluss aus dem Stausee drosseln. Und da das Füllvolumen der Edertalsperre die Grenze von 40 Millionen Kubikmeter Wasser unterschritten hat, wurde die Abgabe Mitte August auf ein Minimum beschränkt.

Viele Wochen ohne ausgiebigen Regen

Was Schulkinder in den Sommerferien freut, macht Landwirten, Fährbetreibern, Binnenschiffern und der Wasserwirtschaft Sorgen. Denn in vielen Gebieten im Norden hat es in den vergangenen Wochen und Monaten zu wenig geregnet. Im langjährigen Schnitt (1991-2020) haben die DWD-Wetterstationen in den Nord-Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg in der Regel 70 bis 80 mm Niederschlag in den Juli-Monaten gemessen. In diesem Jahr lagen die Niederschlagssummen im Juli bei 45 bis 54 mm. Dieses Wasser fehlt den Wäldern, auf den Feldern und zuletzt auch in den Bächen und Flüssen.

Satellitenbilder zeigen Auswirkungen der Trockenheit

Die Wetterlage macht sich auch aus dem Weltall bemerkbar. Der Vergleich von Satellitenbildern zeigt, dass der aktuelle Sommer im Vergleich zum Beispiel zum Jahr 2017 sehr viel trockener ist. Die Sandbänke der Elbe bei Damnatz in der Nähe von Dannenberg in Niedersachsen sind bei den aktuellen Bildern deutlich zu erkennen.

 

ESA-Satellitenbild © ESA/Sentinel Hub/Copernicus ESA-Satellitenbild © ESA/Sentinel Hub/Copernicus

Das knappe Wasser in den Talsperren, Seen und Teichen macht sich auch schon bei der Trinkwasser-Versorgung bemerkbar. Die Menschen in einigenOberharz-Gebieten zum Beispiel müssen damit rechnen, dass die Trinkwasservorräte in einigen Wochen des Sommers zur Neige gehen könnten. Das einzige, was den Flüssen helfen könnte, wäre Regen - und zwar ausgiebige Niederschläge über mehrere Wochen hinweg.

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NDR Info | NDR Info | 10.08.2022 | 21:45 Uhr

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