Stand: 20.11.2018 13:56 Uhr

Trotz Diesel-Fahrverbot mehr Schadstoffe

Die Diesel-Fahrverbote in der Max-Brauer-Allee und in der Stresemannstraße haben die Luftqualität in Hamburg nicht verbessert. Das hat ein Jahresvergleich der Stickoxid-Werte im Oktober ergeben. Demnach ist der Abgas-Ausstoß in beiden Straßen sogar um 23 Prozent gestiegen: Die Messstationen Max-Brauer-Allee und Stresemannstraße registrierten im Monatsmittel im Oktober 48 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. Im Oktober des Vorjahres waren es - ohne Diesel-Fahrverbot - nur 39 Mikrogramm. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm wurde dementsprechend überschritten. Pikant: Die Messstationen ohne Diesel-Fahrverbot in der Habichtstraße und der Kieler Straße verzeichneten ein geringeres Plus an Stickoxid - von 17 und 22 Prozent.

Opposition: Bankrotterklärung der Fahrverbote

Die Opposition spricht von einer Bankrotterklärung der beiden Diesel-Fahrverbote. Norbert Hackbusch, Bürgerschaftsabgeordneter von den Linken, bezeichnet die Dieselverbote als PR-Gag und Beruhigungsmittel. Er fordert nun ein Lkw-Transitverbot durch Hamburg. Der CDU-Umweltexperte Stephan Gamm verlangt dagegen ein Ende der Durchfahrbeschränkungen. Das seien Sinnlosverbote, die nur Anwohner der Umleitungsstrecken belasteten.

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"Es lässt uns nicht kalt, dass die Werte so hoch sind", sagte Behördensprecher Björn Marzahn.
Umweltbehörde: Nur eine Momentaufnahme

Die Hamburger Umweltbehörde zweifelt trotz gestiegener Abgaswerte nicht an den Diesel-Durchfahrverboten. Es sei nur eine Momentaufnahme, dass die Stickoxid-Werte im Oktober in den betroffenen Straßen stark angestiegen sind, so Björn Marzahn, Sprecher der Umweltbehörde. Er sagte NDR 90,3: "Es lässt uns nicht kalt, dass die Werte so hoch sind. Aber wir halten das für eine kurzfristige Wasserstandsmeldung." Erst nach einem Jahr Durchfahrverbot im Juni könne man die Wirkung seriös bewerten.

"Haltet die Verkehrsregeln ein"

Warum aber der Anstieg? Auf das Wetter möchte es die Umweltbehörde nicht schieben. Marzahn befürchtet, dass manche Fahrer eines älteren Diesels das Verbot ignorieren. "Haltet die Verkehrsregeln ein!", so sein Appell. Die Umweltbehörde hält das Durchfahrverbot wegen der Rechtslage für unumgänglich. Das Maßnahmenpaket für saubere Luft soll 2020 spürbar wirken - auch durch mehr Elektrobusse, mehr Radverkehr und saubere Schiffsdiesel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.11.2018 | 13:00 Uhr

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