Stand: 25.09.2020 18:53 Uhr

Tausende Menschen bei "Fridays for Future" in Hamburg

Es war die erste große Kundgebung von "Fridays For Future" seit Beginn der Corona-Pandemie: Am Freitag haben Tausende Menschen in Hamburg für wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung demonstriert. Das Motto des Aktionstags mit weltweit geplanten Aktionen lautete "Kein Grad weiter!". Nach Polizeiinformationen beteiligten sich in der Hansestadt rund 6.500 Menschen an der Kundgebung, die Angaben von "Fridays for Future" lagen bei 16.000 Teilnehmenden.

Drei Protestzüge mit Abstandsregeln unterwegs

Teilnehmer der "Fridays for Future"-Großdemonstration laufen durch die Hamburger Innenstadt. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken
Die Organisatoren sprachen von 16.000 Teilnehmenden.

Die Demonstrierenden starteten gegen 14 Uhr mit getrennten Protestzügen von der Lombardsbrücke, von Altona und dem Berliner Tor aus. Zahlreiche Ordner und Ordnerinnen waren im Einsatz, die auf die Einhaltung der Abstandsregeln achteten. Die Demonstrierenden waren in einzelnen Blöcken unterwegs und trugen einen Mund-Nasen-Schutz. Die Abschlusskundgebung fand in drei getrennten Blöcken mit jeweils mindestens 300 Meter Abstand auf der Willy-Brandt- und der Ludwig-Erhard-Straße zwischen Innenstadt und Hafen statt. Die Polizei sprach von einem problemlosen Verlauf. Abstände und Auflagen seien eingehalten worden.

"Wir können, wenn wir wollen"

Demonstranten bei einer Fridays For Future-Demo  Foto: Imgmar Schmidt
Drei Demonstrationszüge waren am Mittag gestartet.

Die Corona-Krise habe gezeigt, dass Deutschland mit Krisen umgehen könne, auch wenn dies mit Verzicht verbunden sei, sagte ein Redner bei der Abschlusskundgebung. Das müsse auch für die Klimakrise gelten, etwa indem man aufs Fliegen verzichte. "Wir haben gezeigt: Wir können, wenn wir wollen. Und wir sind hier, weil wir es wollen." Aktivisten und Aktivistinnen forderten unter anderem den sofortigen Kohleausstieg. Eine Rednerin appellierte an den rot-grünen Hamburger Senat, nicht wegen der Corona-Auswirkungen zulasten des Klimaschutzes zu sparen. "Damit verkaufen Sie unsere Zukunft", warnte sie.

Die Organisatoren und Organisatorinnen hatten sich zuvor vor dem Verwaltungsgericht gegen die Stadt durchgesetzt, die nur insgesamt 2.000 Teilnehmer zulassen wollte. Die Stadt Hamburg akzeptierte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts.

Massive Staus in der Innenstadt

Im gesamten Innenstadtbereich kam es seit dem frühen Nachmittag zu massiven Staus. "Wir können nur jedem raten, heute nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren, wenn es nicht sein muss", sagte ein Polizeisprecher. Die Willy-Brandt-Straße war zwischen Brandstwiete und Holstenwall in beiden Richtungen gesperrt.

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Demonstranten von Fridays for Future sitzen und spielen ein Spiel. Sie tragen Masken. © dpa Bildfunk Foto: Peter Steffen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.09.2020 | 14:00 Uhr

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