Stand: 21.01.2020 19:02 Uhr  - NDR 90,3

Protest für Erhalt der "Hamburger Morgenpost"

Etwa 40 Beschäftigte der "Hamburger Morgenpost" ("Mopo") sowie Gewerkschaftsvertreter haben am Dienstag vor dem Verlagsgebäude in Altona für den Erhalt ihrer Zeitung demonstriert. Die gedruckte Ausgabe der "Mopo" steht vor dem Aus. Nach Informationen von Mitarbeitenden sind die Verhandlungen über einen Verkauf der zur DuMont Mediengruppe gehörenden Zeitung in der Schlussphase. Die Funke-Mediengruppe, zu der auch das "Hamburger Abendblatt" gehört, will offenbar nur den Internetauftritt der "Mopo" übernehmen, nicht aber die Redaktion. Damit droht die Entlassung der mehr als 50 Redakteure und Redakteurinnen.

Belegschaft schreibt Brandbrief an DuMont-Vorstand

Ein möglicher Verkauf des Online-Geschäfts bei gleichzeitiger Auflösung der Print-Redaktion heiße, "die Braut ohne Familie" zu nehmen, sagte die "Mopo"-Betriebsratsvorsitzende Nina Gessner. Sie forderte den DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer auf, seine Verantwortung für die traditionelle Hamburger Boulevardzeitung und ihre Belegschaft wahrzunehmen. Zu Wochenbeginn hatten "Mopo"-Mitarbeitende noch einen Brandbrief an DuMont-Chef Bauer geschrieben. "Aus Liebe zu dieser Zeitung arbeiten viele von uns auch deutlich über persönliche Kapazitäten hinaus", heißt es in dem Schreiben, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Verkaufspläne für "Mopo" seit Frühjahr bekannt

Im Frühjahr vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass DuMont den Verkauf seiner Regionalzeitungen und Druckereien prüft. Im September 2019 verkaufte der Kölner Konzern schließlich den Berliner Verlag mit der "Berliner Zeitung" und dem "Berliner Kurier" an das Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich. Am vergangenen Mittwoch gab DuMont bekannt, dass die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle an die Bauer Media Group aus Hamburg gehen soll. Das Bundeskartellamt muss noch zustimmen.

Die Zeitungsgruppe Köln unter anderen mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" will DuMont fortführen. Offen bleibt nun noch die Zukunft der "Mopo". Über eine Entscheidung will DuMont voraussichtlich noch im Januar informieren.

Weitere Informationen

"Hamburger Morgenpost": Aus für Nachtausgabe

Keine Mopo-Verkäufer in Kneipen mehr? Die "Hamburger Morgenpost" plant, die Nachtausgabe einzustellen. Das hat die Besitzerin der Zeitung, die Kölner DuMont-Mediengruppe, bestätigt. (11.04.2019) mehr

"Mopo" könnte den Besitzer wechseln

Die "Hamburger Morgenpost" steht offenbar vor einem Verkauf. Nach Informationen eines Branchenmagazins will sich die Mediengruppe DuMont von allen ihren Regionalzeitungen trennen. (26.02.2019) mehr

Stellenabbau bei der "Hamburger Morgenpost"

Bei der "Hamburger Morgenpost" fallen 11 der 65 Stellen weg. Chefredaktion und Geschäftsführung haben die Belegschaft der Zeitung über die geplante Umstrukturierung informiert. (23.08.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.01.2020 | 18:00 Uhr

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