Stand: 16.08.2019 15:41 Uhr

Olaf Scholz will doch SPD-Chef werden

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Der frühere Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz bewirbt sich um den SPD-Vorsitz.

Der frühere Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz ist nun doch bereit, für den SPD-Vorsitz zu kandidieren. Der Bundesfinanzminister habe seine Kandidatur den drei Interimsvorsitzenden angeboten, bestätigte eine SPD-Sprecherin am Freitag. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet. "Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt", soll Scholz bei einer Telefonkonferenz gesagt haben.

Kehrtwende

Die Kandidatur ist eine Kehrtwende: Scholz hatte kurz nach dem Rücktritt von Andrea Nahles erklärt, dass er aus zeitlichen Gründen nicht für den Parteivorsitz zur Verfügung stehe. "Das wäre völlig unangemessen, wenn ich das als Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen machen würde. Zeitlich geht das gar nicht", sagte er in der ARD-Talkshow Anne Will. "Ich habe jedenfalls diese Variante für mich sofort ausgeschlossen."

Tschentscher: Große Chance für die SPD

Führende Hamburger SPD-Politiker begrüßten die Bereitschaft von Scholz zur Kandidatur um den SPD-Vorsitz. Bürgermeister Peter Tschentscher sagte: "Das wäre eine sehr gute Entscheidung und eine große Chance für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands." Scholz sei einer der besten Politiker Deutschlands, soTschentscher über seinen Vorgänger als Bürgermeister. "Seine Bereitschaft, den Bundesvorsitz zu übernehmen, würde großen Zuspruch bei den Mitgliedern der SPD finden."

Lob von Leonhard, Annen und Kahrs

Die SPD brauche Vorsitzende, die Ideen für das Land haben und Verantwortung übernehmen, erklärte die Hamburger Landesvorsitzende Melanie Leonhard auf Twitter. "Olaf Scholz hat mehrfach bewiesen, dass er das kann." Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs sagte: "Olaf Scholz hat Augenhöhe und Durchschlagskraft gegenüber Merkel, Söder und Kramp-Karrenbauer." Von einer "sehr guten Nachricht" sprach auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen. "Olaf Scholz ist der erfolgreichste Bürgermeister/Ministerpräsident, den wir in den letzten Jahren von der SPD in Deutschland gehabt haben." Er habe bundesweit Standards gesetzt mit Mindestlohn und kostenfreier Kita-Betreuung.

Auch Pistorius bewirbt sich

Scholz ist der 13. Bewerber. Zuvor hatten der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping ihre Bewerbung bei den drei Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel angemeldet.  

Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 1. September. Im Anschluss müssen sich die Kandidaten auf 23 Terminen in den Landesverbänden vorstellen. Im Oktober wählen die rund 430.000 SPD-Mitglieder die neue Parteispitze.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.08.2019 | 17:00 Uhr

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