Stand: 05.07.2018 20:50 Uhr

Hamburg macht brüchige Kaimauern wieder fit

Herausgebrochene Steine und abgesackte Straßen sind nur die sichtbaren Zeichen dafür, dass die Kaimauern in der historischen Speicherstadt marode sind. In den vergangenen Jahren hat die Stadt Hamburg aber nur sporadisch ausgebessert. Jetzt geht es an die Substanz, sagt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Die maroden Kaimauern werden für rund 200 Millionen Euro grundsaniert.

Sanierung der Kaimauern startet 2019

"Die Speicherstadt ist ein wirklicher Anziehungspunkt in Hamburg, touristisch, aber auch für die Hamburgerinnen und Hamburger", sagt Dressel. "Und ich glaube, wir müssen alles dafür tun, dass das auch so erhalten bleibt." In der inneren Speicherstadt soll die Sanierung im kommenden Jahr beginnen - und bis Ende 2024 abgeschlossen werden. Etwas später starten die Arbeiten am Zollkanal, soll 2028 fertig saniert sein.

An drei Stellen - unter anderem am Zollkanal - müssen einige hundert Meter bereits sofort repariert werden. "Die Schäden auch durch den Zweiten Weltkrieg machten es nötig, dass wir da schon mal beginnen", sagt Projektleiter Ulrich Bormann. "Aber eine akute Gefährdung ist nicht gegeben."

Barkassenunternehmen fordern Geld vom Senat

Für Ärger bei den Barkassenunternehmern sorgt, dass die Sohle der Fleete in der Speicherstadt dauerhaft aufgeschüttet werden soll - und zwar in weiten Bereichen gleich um einen Meter. Damit sollen die Kaimauern gestützt werden. Den Barkassen bleibt damit aber künftig deutlich weniger Zeit, um durch die Speicherstadt zu fahren.

"Bereits jetzt haben die Schiffe pro Tide nur etwa vier Stunden Zeit in der Speicherstadt", sagt Klaus Ehlers von der Barkassencentrale am Baumwall. Künftig seien es nur noch zwei Stunden, fürchtet er. Damit die Barkassen nach der Sanierung der Kaimauern doch noch etwas länger durch die Fleete fahren können, müssen sie aufwändig umgebaut werden, sagt Gegor Mogi, der mehrere historische und auch neue Schiffe betreibt. Beispielsweise könnte der Salon während der Fahrt durch die Speicherstadt hydraulisch abgesenkt werden, die Barkassen wären flacher und passten eher noch unter den Brücken durch. Das Geld dafür, fordern die Barkassenunternehmer, solle die Stadt bereit stellen.

Kritik an Behörde

Zuletzt hatte es außerdem Kritik an der Verwaltung gegeben, weil es bei den bröckelnden Kaimauern eine Vielzahl von Zuständigkeiten bei den Behörden gibt, verantwortlich waren mindestens ein Dutzend verschiedene Stellen. Das führte zu jahrelangen Verzögerungen - etwa am Hans-Leip-Ufer in Teufelsbrück. Ein neu geschaffenes zentrales Register soll Abhilfe schaffen und die Sanierung der vielen brüchigen Ufermauern zu beschleunigen.

Weitere Informationen

Register soll "Chaos" bei Kaimauern beenden

Der Hamburger Senat beendet das Zuständigkeits-Wirrwarr für Kaimauern. Mit einem zentralen Register soll die Sanierung der vielen brüchigen Ufermauern beschleunigt werden. (19.12.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.07.2018 | 12:00 Uhr

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