Eine Sandbank vor der Insel Scharhörn. © picture alliance / blickwinkel Foto: Luftbild Bertram

Hafenschlick-Pläne: Umweltverbände fordern Mitsprache

Stand: 19.11.2020 11:47 Uhr

Darf Hamburg seinen Hafenschlick künftig in der Elbmündung vor der Insel Scharhörn verklappen? Die Umweltverbände sind dagegen und fordern nun, dass sie an den Plänen beteiligt werden.

"Ohne uns geht es nicht" - so lautet in etwa das Ergebnis eines Rechtsgutachtens, das die Umweltverbände in Auftrag gegeben haben. Und dabei machen NABU, BUND und WWF auch keinen Hehl daraus, dass sie die geplante neue Schlickdeponie in der Elbmündung kritisch sehen.

BUND: Schlick könnte Problem für Tiere werden

Die mögliche Deponie liegt auf einem Gebiet, das Hamburg gehört, aber an den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer grenzt. Dorthin könnte der Schlick dann driften und zu einem Problem für Kleinstlebewesen, Fische und Vögel werden, meint Manfred Braasch vom BUND. Nach seinen Angaben hat auch das Land Niedersachsen Bedenken gegen die neue Schlickdeponie.

Erst vor einigen Wochen hatte Wirtschaftsenator Michael Westhagemann (parteilos) die Idee vorgestellt, im Moment laufen nach Senatsangaben die ersten Detailplanungen.

Hamburg braucht laut Wirtschaftsbehörde dringend neue Ablagerungsflächen, weil die bisherigen Deponien nicht mehr ausreichen - beziehungsweise weil Schleswig-Holstein die Verklappung auf seinem Gebiet kritisch sieht.

Rechtliche Schritte angedroht

Die Umweltverbände warnen die Stadt jetzt vor einem Alleingang - und drohen bereits mit rechtlichen Schritten, wenn sie nicht an den Plänen beteiligt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.11.2020 | 12:00 Uhr

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