Stand: 13.12.2018 20:05 Uhr

G20-Randale: Fahndung nach 53 Verdächtigen

Rund eineinhalb Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei am Donnerstag ihre vierte Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Sie zeigt auf ihrer Internetseite Fotos von 53 Personen, die an schweren Ausschreitungen und Plünderungen beteiligt gewesen sein sollen. Bis zum Donnerstagabend wurden laut Polizei bereits vier Gesuchte identifiziert.

Straftäter sollen sich nicht sicher fühlen

Auch lange Zeit nach den Ausschreitungen während des G20-Gipfels stünden die Aufarbeitung der Straftaten und Identifizierung der Tatverdächtigen im Fokus, sagte Polizeisprecher Timo Zill. "Die G20-Straftäter dürfen sich nach wie vor nicht sicher fühlen. Wir werden die Ermittlungen mit Hochdruck auch im Jahr 2019 fortsetzen."

Rund 3.500 Ermittlungsverfahren

Laut Polizei werden nur Fotos von Personen veröffentlicht, die im Verdacht stehen, eine Straftat von erheblicher Bedeutung begangen zu haben. Die Veröffentlichung wurde mit der Staatsanwaltschaft und den Beschlüssen des zuständigen Amtsgerichts abgestimmt. Derzeit führt die Sonderkommission "Schwarzer Block" den Angaben zufolge rund 3.500 Ermittlungsverfahren. Die Beamten haben bislang 880 Beschuldigte namentlich ermittelt.

Die vierte Aktion seit einem Jahr

Vor knapp einem Jahr hatten Polizei und Staatsanwaltschaft erstmals eine Öffentlichkeitsfahndung nach mutmaßlichen G20-Gewalttätern begonnen. Dabei wurde um Hinweise zu 107 Tatverdächtigen gebeten. Eine weitere Aktion mit 101 Fahndungsfotos folgte Mitte Mai. Im August stellten die Ermittler erneut Aufnahmen von 73 Gesuchten ins Internet, seit September bittet die Hamburger Polizei europaweit um Hinweise zu vier Tatverdächtigen, die bereits Teil der ersten beiden Fahndungsaktionen waren. Insgesamt wurden damit innerhalb eines Jahres die Fotos von 334 Personen veröffentlicht. Allerdings hat die Polizei die Bilder der nicht identifizierten Tatverdächtigen aus den beiden ersten Aktionen inzwischen von ihrer Internetseite entfernt.

Die Ergebnisse der Fahndungsaktionen bewertet die Polizei als positiv. Normalerweise würden durch Öffentlichkeitsfahndungen nur zehn Prozent der Gesuchten identifiziert. Bei den G20-Ermittlungen sei die Quote sehr viel besser. Allerdings ist sie von Mal zu Mal deutlich gesunken.

Weitere Informationen

G20-Randale an der Elbchaussee: Erster Prozess

Anderthalb Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg beginnt demnächst ein erster Prozess wegen der schweren Ausschreitungen auf der Elbchaussee. Angeklagt sind fünf mutmaßliche Randalierer. (04.12.2018) mehr

Bekennerschreiben nach Farbanschlag auf Scholz-Haus

Nach dem Farbanschlag auf das Haus von Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Altona ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Gründe für die Tat seien der G20-Gipfel und die Proteste in Buenos Aires. (01.12.2018) mehr

G20: Gesichtserkennung kommt vor Gericht

Darf eine Gesichtserkennungssoftware der Hamburger Polizei helfen, G20-Randalierer zu identifizieren? Der Streit mit dem Datenschutzbeauftragten muss vor Gericht geklärt werden. (26.10.2018) mehr

35-Jähriger bei G20-Großrazzia festgenommen

Die Polizei hat wegen der G20-Krawalle Wohnungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen durchsucht. In Hamburg-Winterhude nahm sie einen 35-jährigen Verdächtigen fest. (18.09.2018) mehr

G20-Gipfel in Hamburg

Der G20-Gipfel 2017 fand am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg statt. Im Dossier finden Sie News, Videos, Bilderstrecken und Reaktionen auf das Gipfeltreffen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.12.2018 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:13
Hamburg Journal
02:15
Hamburg Journal
02:01
Hamburg Journal