Vor einer Jugendstrafkammer am Hamburger Landgericht beginnt ein Prozess wegen der gewaltsamen Zwischenfälle im Rondenbarg während des G20-Gipfels im Juli 2017. Vor dem Gericht wird protestiert. © NDR Foto: Ingmar Schmidt

G20-Prozess: Fünf junge Leute in Hamburg vor Gericht

Stand: 03.12.2020 11:49 Uhr

Vor einer Jugendstrafkammer hat Donnerstag am Hamburger Landgericht ein Prozess wegen der gewaltsamen Zwischenfälle im Rondenbarg während des G20-Gipfels im Juli 2017 begonnen.

Vor einer Jugendstrafkammer am Hamburger Landgericht beginnt ein Prozess wegen der gewaltsamen Zwischenfälle im Rondenbarg während des G20-Gipfels im Juli 2017. Vor dem Gericht wird protestiert. © NDR Foto: Ingmar Schmidt
Vor Prozessbeginn versammelten sich Demonstrierende vor dem Gericht.

Den fünf Angeklagten im Alter von 19 bis 21 Jahren wird schwerer Landfriedensbruch in Tateinheit mit tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte im besonders schweren Fall sowie mit versuchter gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Weitere Anklagepunkte sind die Bildung bewaffneter Gruppen und Sachbeschädigung. Vor Prozessbeginn versammelten sich rund 100 Menschen vor dem Gerichtsgebäude, um gegen den Prozess zu protestierten. Die linke Szene hatte zu Aktionen aufgerufen.

Die drei Frauen und zwei Männer waren damals erst 16 und 17 Jahre alt. Sie waren am Morgen des 7. Juli 2017 mit bis zu 200 weiteren G20-Gegnerinnen und Gegnern von einem Protestcamp im Altonaer Volkspark Richtung Innenstadt gezogen. Die Bundespolizei stoppte den Aufmarsch in der Straße Rondenbarg im Stadtteil Bahrenfeld. Aus der Menge der einheitlich schwarz Gekleideten heraus seien Polizisten und Polizistinnen mit Steinen beworfen worden, heißt es in der Anklage. Die Angeklagten sollen jedoch selbst keine Steine geworfen haben. Sie sollen sich strafbar gemacht haben, weil sie mitmarschiert seien und dadurch einzelnen Gewalttätern Deckung gegeben hätten. Von den Polizisten und Polizistinnen wurde bei der Auseinandersetzung im Rondenbarg niemand verletzt. Dagegen erlitten nach früheren Angaben der Polizei mindestens 14 G20-Gegner und -Gegnerinnen teilweise schwere Verletzungen, als sie versuchten, über ein Geländer zu fliehen.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Außer dem aktuellen Verfahren gibt es weitere Anklagen gegen mehr als 70 Beteiligte, die damals im Rondenbarg dabei waren. Das Landgericht wird bis mindestens Ende Februar verhandeln, allerdings hinter verschlossenen Türen. Weil die Angeklagten damals noch Jugendliche waren, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Ereignisse im Rondenbarg waren bereits vor drei Jahren Gegenstand eines Prozesses vor dem Amtsgericht Altona. Das Verfahren gegen einen damals 19 Jahre alten Italiener musste wegen Erkrankung der Richterin abgebrochen werden.

Weitere Informationen
Die Vorsitzende Richterin, Anwälte der Angeklagten und Journalisten stehen im Prozess um geplante Brandanschläge zum zweiten Jahrestag des G20-Gipfels im Landgericht im Saal. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Haftstrafen für die "Drei von der Parkbank"

Sie wollten nach Ansicht des Hamburger Landgerichts Brandanschläge begehen. (05.11.2020) mehr

Anne Maier-Göring (3.v.l.), Vorsitzende Richterin, steht vor Beginn der Urteilsverkündung im Prozess im Zusammenhang mit Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg 2017 im Landgericht. © picture alliance/dpa Foto: Georg Wendt

Elbchaussee-Ausschreitungen: Fünf junge Männer verurteilt

Im Zusammenhang mit den Elbchaussee-Ausschreitungen beim G20-Gipfel hat es ein erstes Urteil gegeben: Das Landgericht verurteilte die fünf Angeklagten unter anderem wegen Landfriedensbruchs.(10.07.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.12.2020 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein Mann trägt in einer S-Bahn Haltestelle eine KN95-Schutzmaske. © picture alliance/dpa | Marijan Murat Foto: Marijan Murat

Strengere Maskenpflicht gilt in Hamburg ab Freitag

Dann reichen in Bussen, Bahnen und Geschäften einfache Stoffmasken nicht mehr aus. mehr

Bei einer Frau wird ein Abstrich mit einem langen Wattestäbchen in der Nase gemacht. © pathermedia Foto: ryanking999

306 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

Der Inzidenzwert ist in der Hansestadt nach Angaben der Sozialbehörde auf 97,4 gesunken. mehr

Kinder mit Erziehern in einer Kita.

Kitas im Notbetrieb: Mehr Kinderkrankentage

In Hamburg gehen die Kitas ab Montag in den "erweiterten Notbetrieb". Betroffene Eltern sollen über das Kinderkrankengeld entlastet werden. mehr

Eine 92-jährige Frau fährt in der Waitzstraße in den Gegenverkehr. © TV News Kontor Foto: Screenshot

Neuer Zwischenfall in der Waitzstraße

Diesmal fuhr eine Seniorin in der falschen Richtung in die unfallträchtige Straße in Groß Flottbek. mehr