Stand: 12.02.2019 17:39 Uhr

Friedhof Ohlsdorf: Müssen Autofahrer zahlen?

In Hamburg gibt es Überlegungen, auf dem Friedhof Ohlsdorf von Autofahrern Eintritt zu kassieren. Wie Friedhofssprecher Lutz Rehkopf NDR 90,3 sagte, soll es so weniger Durchfahrtsverkehr geben.

Etwa 5.000 Autos fahren jeden Tag über den Ohlsdorfer Friedhof. Rund zwei Drittel der Fahrer nutzen die Strecke nur als Abkürzung, ohne ein Grab zu besuchen. Das sagte der Friedhofssprecher. Dabei ist das verboten. Eigentlich dürfen nur Trauergäste und zwei Buslinien des Hamburger Verkehrsverbundes auf das Gelände.

Drei Euro pro Durchfahrt im Gespräch

Die Verwaltung prüft deswegen nun, ob sich die Autofahrer von Schranken und Gebühren abschrecken lassen. Im Gespräch sind drei Euro für eine Durchfahrt. Außerdem werden Poller und Engstellen auf den Straßen diskutiert. In einer Studie wird nun geprüft, was konkret für mehr Ruhe und Besinnlichkeit auf dem Parkfriedhof sorgen könnte - und was das kostet. Ergebnisse sollen im Mai vorliegen. Dann könnte es laut Friedhofssprecher Rehkopf auch eine Bürgerbeteiligung geben, bei der die Vorschläge diskutiert werden.

Bezirksamt gegen generelle Gebühr

Die zuständige Umweltbehörde will diese Ergebnisse abwarten und die aktuelle Diskussion nicht kommentieren. Das Bezirksamt Hamburg-Nord sprach sich gegen eine generelle Durchfahrtsgebühr aus. Bezahlen sollten nur Fahrer, die den Friedhof als Schleichweg nutzen, sagte ein Sprecher im Gespräch mit NDR 90,3. Bei einer generellen Gebühr würden vor allem Besucher benachteiligt, die auf das Auto angewiesen seien. Menschen, die nicht mehr gut laufen können, könnten die weiten Wege auf dem Parkfriedhof weder zu Fuß noch mit dem Rad bewältigen.

Der Ohlsdorfer Friedhof ist mit seinen 389 Hektar Hamburgs größte Grünanlage. Er beherbergt 13 Kapellen und 235.000 Grabstätten. Prominente wie Hans Albers, Heinz Erhardt oder Helmut Schmidt sind dort begraben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.02.2019 | 12:00 Uhr

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