Stand: 21.02.2020 13:14 Uhr  - NDR 90,3

"Fridays for Future": Klima-Demo mit Greta Thunberg vor dem Start

"Hamburg wählt Klima" heißt das Motto: Mit einer großen Demonstration wollen junge Klimaaktivisten und -aktivistinnen heute in der Hamburger Innenstadt Druck machen für eine bessere Klimapolitik. 30.000 Menschen werden zu der Kundgebung von "Fridays For Future" erwartet, die um 14 Uhr am Heiligengeistfeld auf St. Pauli startet. Die ersten Demonstrierenden sind schon seit dem Vormittag da, einige von ihnen reisten aus Süddeutschland an. Eine weitere Anreise hatte auch die Galionsfigur der Bewegung: Die Schwedin Greta Thunberg hat sich angekündigt.

Schweigeminute und mehr Polizeipräsenz wegen Hanau

Zum Auftakt soll es eine Schweigeminute für die Toten von Hanau geben - auch die Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen zeigen sich erschüttert von der mutmaßlich rechtsextremen Tat. Die Polizei hat nach der Tat ihre Schutzmaßnahmen für die Demonstration erhöht. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) twitterte am Vormittag. "Nach Hanau müssen wir bundesweit von einer erhöhten Gefahr rechtsterroristischer Anschläge ausgehen." Die Polizei werde daher ihre Präsenz bei der Klimademonstration erhöhen. Dies geschehe aber "vorsorglich", betonte Grote.

Für "Fridays for Future" keine regionale Sache

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Am Millerntorplatz auf St. Pauli wurde eine Bühne aufgebaut.

Zur Auswahl des Zeitpunktes der Klimademo - nur zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl - sagte Mitorganisator Arnaud Boehmann: "Die Bürgerschaftswahl ist keine regionale Sache, sondern ein entscheidender Akzent für Klimapolitik deutschlandweit." Als Wahlkampf-Werbung für die Grünen sehe er die Kundgebung ausdrücklich nicht. "Fridays for Future" sei streng überparteilich.

Anreise am besten mit der U-Bahn

Für die Anreise wird empfohlen, die U-Bahn-Stationen Messehallen (U2) und Feldstraße (U3) zu nutzen - und nicht die Station St. Pauli (U3). Die Anfangs- und Schlusskundgebung findet an einer Bühne im Kreuzungsbereich der Budapester Straße und des Millerntorplatzes statt.

Erste Staus auf St. Pauli

Der Marschweg wird über folgende Straßenzüge verlaufen: Glacischaussee - Millerntorplatz - Millerntordamm - Ludwig-Erhard-Straße - Rödingsmarkt - Großer Burstah - Große Johannisstraße - Rathausmarkt - Reesendamm - Jungfernstieg - Gänsemarkt - Valentinskamp - Dragonerstall - Johannes-Brahms-Platz - Sievekingsplatz - Glacischausee. Der Millerntorplatz sowie die angrenzende Budapester Straße und Glacischaussee sind bis in den späten Abend voll gesperrt. Auf St. Pauli gab es deshalb bereits Staus am Vormittag. Die Polizei empfiehlt, den betroffenen Bereich weiträumig zu umfahren.

Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Fettes Brot kommen

Greta Thunberg, die bereits am 1. März 2019 in die Hansestadt gekommen war, will erneut eine Rede halten. Unterstützt werden die Demonstrierenden unter anderen vom Hamburger Hip-Hop-Trio Fettes Brot, das gegen 14.30 Uhr ein Gratis-Konzert geben will. Auch das deutsche Gesicht der "Fridays-for-Future"-Bewegung, Luisa Neubauer, wird in der Hansestadt erwartet. Da der Hamburger Wahlkampf in den Endspurt geht, werden einige Hamburger Politiker und Bundespolitiker wie Grünen-Chef Robert Habeck ebenfalls im Protestzug dabei sein.

Dalila Nouame: Hamburger Klimaplan reicht nicht

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Greta Thunberg war bereits am 1. März 2019 zu einer Klima-Demo in Hamburg. Damals kamen nach Veranstalter-Angaben 10.000 Demonstrierende.

"Wir stehen an einem Scheideweg: Rasen wir weiter auf den Abgrund zu oder ziehen wir die Notbremse?", sagte Dalila Nouame, Sprecherin von "Fridays for Future" Hamburg. 2019 sei das Jahr der Aufmerksamkeit gewesen. "2020 muss jetzt das Jahr der politischen Verbesserungen und Veränderungen werden", sagte Nouame. Der Klimaplan, den der rot-grüne Senat in Hamburg vorgelegt hat, sei nicht kompatibel mit dem Pariser Klimaabkommen und dem Ziel, die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen.

"Klimaschutz ist längst mehrheitsfähig"

Parteiunabhängig fordert die Bewegung für die Hansestadt Klimaneutralität bis 2035, eine autofreie Innenstadt sowie die Abschaltung aller Kohlekraftwerke bis 2025. "Klimaschutz ist längst mehrheitsfähig und es ist absurd, dass wir in dieser Stadt die Ziele des Pariser Abkommens verfehlen werden", sagte Sprecherin Annika Rittmann.

Zehntausende kamen zu bisherigen Klimastreiks

Beim bislang größten globalen Klimastreik in Hamburg am 20. September 2019 gingen laut Polizei etwa 70.000 Menschen rund um die Binnenalster auf die Straße, die Veranstalter sprachen von 100.000 Teilnehmern. Im November waren es 50.000 Menschen, damals spielte die Hamburger Band Deichkind. Bereits in zwei Monaten soll es den nächsten globalen Klimastreik - und damit auch die nächste Groß-Demo in Hamburg geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.02.2020 | 13:00 Uhr

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