Stand: 08.12.2017 16:34 Uhr

Elbvertiefung: Weitere Kläger springen ab

Vor der nächsten Verhandlung bröckelt die Front der Kläger gegen die Elbvertiefung. Nach Informationen von NDR 90,3 haben Obstbauern und Verbände aus dem Alten Land ihre Klage zurückgezogen.

Gab es Zugeständnisse?

Nach langen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen haben sich die Verbände mit Vertretern von Hamburg und dem Bund darauf geeinigt, ihre Klagen nicht weiter zu verfolgen. Die Einigung gilt für den Hauptentwässerungsverband der "Dritten Meile", den Francoper Sommerdeichverband, den Schleusenverband Nincop und den Schleusenverband Neuenfelde. In diesen Verbänden sind vor allem Obstbauern organisiert. Ob und gegebenfalls welche Zugeständnisse Hamburg und der Bund den Verbänden gemacht haben, ist nicht bekannt.

Die Wasser- und Bodenverbände im Alten Land hatten in der Vergangenheit Bedenken geäußert, dass nach der Elbvertiefung Salzwasser weiter stromauf kommt - und dass das Elbwasser deshalb nicht mehr für die Beregnung von Obstbäumen genutzt werden kann. In den Planungen für die Elbvertiefung ist aber auch vorgesehen, dass die Obstbauern zusätzliche Speicherbecken und gegebenenfalls neue Brunnen erhalten sollen.

Vier Privatpersonen übrig

Wahrscheinlich ist, dass die Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht in der kommenden Woche nun schneller beendet werden kann. Auf der Tagesordnung des Bundesverwaltungsgerichts stehen am kommenden Mittwoch nun nur noch die Klagen von vier Privatpersonen: Drei aus Övelgönne, die sich unter anderem darum sorgen, dass es zu laut wird, wenn die Elbe vertieft wird. Verhandelt wird auch darüber, ob ein neuer Leuchtturm in Blankenese zu viel Schatten auf das Haus des vierten Klägerns wirft.

Erst Ende November hatte das Bundesverwaltungsgericht Klagen von Fischern und der niedersächsischen Gemeinden Cuxhaven und Otterndorf zurückgewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.12.2017 | 16:00 Uhr

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