Stand: 13.02.2020 12:08 Uhr  - NDR 90,3

Datenschutz: Mehr Beschwerden in Hamburg

Beim Hamburger Datenschutzbeauftragen sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Beschwerden als 2018 eingegangen. Die Zahl stieg um etwa ein Viertel auf 2.360, wie Behördenchef Johannes Caspar am Donnerstag mitteilte. Das sei vor allem deshalb bemerkenswert, weil es im Vorjahr bereits eine Verdoppelung gegeben habe.

Deutlicher Anstieg von Datenschutz-Beschwerden

Hamburg Journal 18.00 -

Seit Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung melden sich immer mehr Menschen mit einem Anliegen beim Hamburger Datenschutzbeauftragten. Das geht aus einem neuen Jahresbericht hervor.

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Aus Caspars Perspektive ist das ein erfreulicher Trend. Denn er zeige, dass die Menschen im zweiten Jahr nach Einführung der Datenschutz-Grundverordnung ihre Rechte kennen und auch ausüben, indem sie mögliche Verstöße beim Datenschützer melden.

Klage über zu wenig Personal

Da seine Behörde jedoch nicht im gleichen Tempo mehr Personal bekommen habe, liefen etliche Verfahren deutlich länger, als es ihm lieb sei. Auch gebe es einen unbefriedigend hohen Bearbeitungsstau mit rund 1.200 Fällen. Die Ausstattung des Datenschutzes mit gegenwärtig 27 festen und sieben befristeten Stellen reiche nicht aus, um die Beschwerden in angemessener Zeit zu beantworten.

Unterschiede in Europa

Unzufrieden ist Caspar auch mit dem unterschiedlichen Nachdruck, mit dem der Datenschutz auf europäischer Ebene durchgesetzt werde. Zu viele Staaten nähmen das nicht so ernst. Das sei letztlich auch eine Wettbewerbsverzerrung für deutsche Firmen, die nach hiesigen Standards arbeiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.02.2020 | 12:00 Uhr

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