Eine Karte zeigt eine Fläche im Hamburger Stadtteil Langenhorn, auf der Wohnungen gebaut werden sollen.

700 neue Wohnungen in Langenhorn geplant

Stand: 17.02.2021 07:01 Uhr

Im Hamburger Stadtteil Langenhorn wird eine Kleingartenkolonie mit 700 Wohnungen bebaut. Es ist das letzte große Wohnungsbaugebiet im Bezirk Hamburg-Nord, stößt aber auf den Widerstand der Schrebergärtner.

Eines wird den meisten der 260 Kleingartenparzellen wohl zum Verhängnis: Sie liegen direkt an der U-Bahnstation Langenhorn-Nord. So eine Haltestelle zieht den Großwohnungsbau geradezu an. Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) erklärte: "In Hamburg gibt es nicht mehr viele Potenzialflächen, auf denen so viele Wohnungen entstehen können." Im Diekmoor möchte die Sozialdemokratin mindestens 60 Prozent Sozialwohnungen schaffen. 300 davon soll die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA bauen, weitere der Landesbetrieb Fördern & Wohnen, der Bedürftige unterbringt.

Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz (Grüne) verspricht ein vorbildliches Quartier, das "aktuelle und zukünftige Anforderungen an Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit erfüllt." Allerdings liegt das Baugebiet in einem Landschaftsschutzgebiet.

Kleingärtner empört

Das bundesweit umstrittene Verbot von Einfamilienhäusern in Neubaugebieten des Bezirks Hamburg-Nord gilt hier zu Gunsten von Geschosswohnungsbau. Eine intensive Bürgerbeteiligung soll folgen. Eine Gruppe ist schon empört: die Gartenfreunde. Der Chef des Kleingartenvereins Diekmoor II, Bernd Hohmuth, sagte NDR 90,3: "Immer geht man an die Kleingärten ran. Wir verlieren alle unsere 135 Parzellen und die Nachbarkolonie die Hälfte ihrer 100 Gärten, was mir in der Seele wehtut." Hohmuth will notfalls rechtlich gegen den Verlust der Parzellen vorgehen. Eine angebotene Alternativfläche liegt an der Landebahn des Flughafens. "Da kann man sich nicht erholen", sagte Hohmuth.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.02.2021 | 22:00 Uhr

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