Stand: 01.01.2019 17:11 Uhr

Silvesterfeiern im Norden ohne größere Zwischenfälle

Die Menschen in Norddeutschland haben das neue Jahr weitgehend friedlich begrüßt. So war die Hamburger Polizei mit dem Verlauf der Nacht "ganz zufrieden", sagte ein Sprecher gegen drei Uhr am Dienstagmorgen. In Hamburg hatten sich jeweils etwa 10.000 Menschen gegen Mitternacht an der Binnenalster und an den Landungsbrücken zum Feuerwerk-Schauen versammelt.

Silvester im Norden: Farbenfroh und friedlich

Polizei meldet keine größeren Übergriffe

In Spitzenzeiten bis zu 50.000 Menschen feierten später auf der Reeperbahn weiter. Dort herrschte laut Polizei an vielen Stellen dichtes Gedränge. Viele Beamte waren gut erkennbar mit gelben Westen im Einsatz, auf Höhe der Großen Freiheit war außerdem eine mobile Wache eingerichtet worden. Der Polizei wurden keine größeren Übergriffe gemeldet. Vor drei Jahren waren zahlreiche Frauen in der Silvesternacht vor allem an der Reeperbahn sexuell belästigt worden. Insgesamt rückte die Hamburger Polizei in der Neujahrsnacht zu 1.200 Einsätzen aus. Das seien 400 weniger als im Vorjahr, teilte ein Polizeisprecher mit.

Auch die Polizei in Niedersachsen berichtet von einem überwiegend friedlichen Jahreswechsel, ebenso die in Schleswig-Holstein. Bis Mitternacht sei es "außergewöhnlich ruhig" zugegangen, erklärte eine Polizeisprecherin in Kiel. Es seien bisher weder Gewalttaten oder sexuelle Übergriffe noch größere Unfälle mit Feuerwerkskörpern gemeldet worden.

Feiern, Anbaden und Neujahrsbabys
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Niedersachsen: Schwerverletzter durch Böller

In Winsen an der Aller im Kreis Celle hatte sich allerdings bereits am Silvesterabend gegen 19 Uhr ein schwerer Unfall mit einem möglicherweise selbstgebauten Böller ereignet: Ein 38-Jähriger habe sich nach ersten Erkenntnissen eine Hand weggesprengt, sagte ein Sprecher der dortigen Polizei. Ein 54-Jähriger erlitt Verletzungen im Gesicht.

Hamburg: "Ganz normale Silvesternacht"

In Hamburg gab es einige gewalttätige Auseinandersetzungen. So gingen am S-Bahnhof Hammerbrook zwei Männer auf einen 30-Jährigen los. Der Mann musste mit Messerstichen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Unbekannten konnten mit der S-Bahn flüchten. Zudem meldete die Polizei, dass am Barmbeker Markt Sanitäter angegriffen wurden. Sie hatten das 20-jährige Opfer einer Messerattacke behandeln wollen. Die Verletzungen durch Böller und die Anzahl der Brände seien im Rahmen "einer ganz normalen Silvesternacht" geblieben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Sie rückte von 18 Uhr bis 6 Uhr zu 335 Bränden und 809 Rettungseinsätzen aus.

Mecklenburg-Vorpommern: Brennende Autos

Einsatzkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern berichteten ebenfalls von "eher Kleinkram": In Mierow kam ein Mann mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, weil er sein brennendes Auto löschen wollte. Auch in Klein Trebbow fingen drei Fahrzeuge und ein Carport Feuer. Geschätzter Schaden: 50.000 Euro. Die Polizei tippt jeweils auf Böller als Brandursache.

Schleswig-Holstein: Verletzte Kinder

Die Feuerwehren in Schleswig-Holstein dagegen hatten nach eigenen Angaben mit rund 280 "deutlich mehr" Einsätze zu verzeichnen als im Jahr zuvor. In Kiel verletzten sich drei Kinder durch Umgang mit Knallkörpern an den Händen. In Bad Bramstedt entstand bei einem Feuer, das von einem Carport auf ein Wohnhaus überging, Totalschaden.

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Polizisten setzen das Feuerwerksverbot in der Innenstadt von Hannover um.
Positive Bilanz zu Böllerverbot in Hannover

Erstmals war in der Hannoveraner Innenstadt das Böllern verboten worden. "Die Mitbürgerinnen und Mitbürger haben im überwiegenden Teil großes Verständnis für die Kontrollen an den Zugängen zur Verbotszone für Feuerwerkskörper gezeigt und waren sehr kooperativ", sagte Einsatzleiterin Gwendolin von Osten. Die wenigen Besucher, die offenbar nichts von dem Verbot wussten, hätten ihre Feuerwerkskörper bereitwillig abgegeben. Etwa 500 Raketen und ebenso viele Böller wurden in mit Wasser gefüllten Tonnen entsorgt.

Auf Usedom erstmals feuerwerksfreie Abschnitte

Auch auf der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern waren in diesem Jahr feuerwerksfreie Strandabschnitte eingerichtet worden. Ob das Böllerverbot von allen eingehalten wurde, ist noch nicht bekannt.

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NDR Info | Aktuell | 01.01.2019 | 07:15 Uhr