Stand: 18.09.2019 10:39 Uhr

Nach Sturm: Lage im Bahnverkehr entspannt sich

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Bahnreisende müssen sich wieder einmal auf Verspätungen einstellen.

Die Bahn kommt mit den Aufräumarbeiten nach dem Sturm am Dienstag offenbar zügig voran. Nach zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen entspannt sich die Lage im Bahnverkehr langsam. Zwar komme es noch zu Verspätungen und Teilausfällen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch. Zwischen Hannover und Bremen laufe der Regionalverkehr aber wieder, wenn auch auf eingleisiger Strecke. Die Strecke Hannover - Hamburg ist laut Bahn ebenfalls wieder eingleisig befahrbar. "Hier verkehren sowohl die Züge des Fernverkehrs als auch des Regionalverkehrs."

Für beide Strecken behalten laut Bahn alle Fernverkehrsfahrkarten für Dienstag und Mittwoch ihre Gültigkeit und können kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende zeitlich flexibel genutzt werden. Dies gelte auch für zuggebundene Fahrkarten. Nach Angaben der Bahn sollen alle betroffenen Strecken am Nachmittag wieder frei sein. Erst dann könnten alle Züge wieder nach Fahrplan fahren.

In der Nacht hat sich der Sturm deutlich abgeschwächt. Derzeit warnt der Deutsche Wetterdienst noch vor Sturmböen an einigen Küstenabschnitten in Nordfriesland.

Fahrgäste verbringen die Nacht im Zug

Das Sturmtief, das in Richtung Baltikum weiterzieht, hatte am Dienstagabend viele Zwischenfälle im Bahnverkehr verursacht. Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen, Oberleitungen wurden beschädigt. In Hannover strandeten 200 Menschen, die in zwei Zügen übernachteten. Aus einem anderen ICE, der von Chur in der Schweiz nach Hamburg unterwegs war, wurden 150 Fahrgäste bei Nienburg in Bussen nach Hannover gefahren. 300 weitere Menschen aus dem gleichen Zug warteten mehr als zwei Stunden auf die Weiterfahrt. Um 1.35 Uhr am Mittwochmorgen setzte der Zug sich dann wieder in Bewegung.

Sperrungen zwischen Hannover und Bremen

Die Strecke Hannover-Bremen war am Dienstagabend zeitweise gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wurde über eine Güterzugstrecke umgeleitet. Auch auf der Strecke Hamburg-Hannover hatte es über mehrere Stunden große Probleme wegen eines Oberleitungsschadens gegeben. Die Strecken der Bahngesellschaft Metronom waren vorübergehend gesperrt. Etwa eine Stunde vor Mitternacht teilte das Unternehmen dann mit, dass alle Strecken wieder befahrbar seien.

Urlauber und Segler von Sturm überrascht

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Die Böen fegen am Dienstag auch über den Strand von Zingst.

Auf der ostfriesischen Insel Norderney waren Urlauber am Dienstag von dem höher ausgefallenen Hochwasser überrascht. Die vier Urlauber, die mit einem Kleinkind unterwegs waren, kletterten im Osten der Insel auf eine Düne, von der sie ein Rettungshubschrauber abholte. Bereits am Nachmittag war ein Segelboot auf der Müritz an der Mecklenburgischen Seenplatte gekentert. Bei Böen bis Stärke Acht bohrte sich der Mast in den Boden des Sees. Die fünf Segler wurden von einem anderen Boot aufgenommen.

Zudem war laut Polizei 16 Jahre alter Motorradfahrer bei Neuenkirchen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) vermutlich von einer Böe erfasst, von der Straße gedrängt und dabei schwer verletzt worden. Die Rostocker Feuerwehr rückte zu knapp 20 Einsätzen aus. Abgebrochene Äste mussten von den Straßen und Gehwegen entfernt werden. Einige Autos wurden von herumfliegenden Gegenständen beschädigt. Das Dach eines Mehrfamilienhauses wurde durch die Wucht des Sturms teilweise abgedeckt. Die Feuerwehr musste den Rest des Daches sichern. Zwei Häuser wurden von einem Blitz getroffen. Dadurch schmorten mehrere Kabel und Telefonleitungen durch.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 18.09.2019 | 07:00 Uhr

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