Stand: 25.09.2019 21:52 Uhr

NDR Info und N-JOY erhalten Deutschen Radiopreis

von Daniel Sprenger, NDR.de
Im Großen Saal der Elbphilharmonie wurden die Preisträger am Mittwochabend ausgezeichnet. Der NDR gewann zwei der Preise.

Bei der zehnten Verleihung des Deutschen Radiopreises in Hamburg hat der NDR am Mittwochabend zwei Auszeichnungen erhalten. Holger Senzel von NDR Info wurde in der Kategorie Beste Reportage ausgezeichnet. Andreas Kuhlage und Jens Hardeland von N-JOY holten den Preis für die Beste Morgensendung. Eine unabhängige Jury des Grimme-Instituts hatte die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt.

"Der Deutsche Radiopreis rückt einmal im Jahr die Kreativen hinter dem Mikrofon ins Rampenlicht - und das nun schon zum zehnten Mal", sagte NDR Intendant Lutz Marmor. Das gelungene Jubiläum in der Elbphilharmonie habe beeindruckend die große Vielfalt und Kreativität der deutschen Radiolandschaft präsentiert. "Ganz besonders freue ich mich über zwei Preise für den NDR - die Kollegen haben das wirklich verdien", sagte Marmor.

Holger Senzel für Erdbeben-Reportage geehrt

Der ARD-Hörfunkkorrespondent für Südostasien, Holger Senzel, wurde für seine Reportage "Unter Schlamm begraben - Spurensuche in Petobo" geehrt. Darin berichtet er über die Folgen eines Erdbebens in Indonesien im September 2018. Den Preis überreichte Journalistin Marietta Slomka.

"Exzellentes Erzählen"

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Holger Senzel von NDR Info ist für seine Reportage aus Indonesien mit dem Deutschen Radiopreis ausgezeichnet worden.

"Eine gute Reportage ist vor allem Zuhören, gerade auch den leisen Tönen", sagte Slomka bei der Gala in der Hamburger Elbphilharmonie. Senzel rege die Vorstellungskraft der Hörer an. "Die plastische, eindringliche Sprache lässt Bilder im Kopf entstehen. Sie wühlt auf und zieht die Zuhörer in ihren Bann: Not, Elend, Verzweiflung werden spürbar." Der Beitrag sei eine klassische Reportage in Reinform, exzellentes Erzählen im Radio.

Jury: Meisterhafte Verbindung von Information und Emotion

In der Jurybegründung heißt es zudem: "Das Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi ist das, was gemeinhin 'eine Katastrophe von unbeschreiblichem Ausmaß' genannt wird. Und doch gelingt es dem ARD-Hörfunkkorrespondenten Holger Senzel, die Lage vor Ort präzise und anschaulich zu beschreiben." In seiner Reportage transportiere er meisterhaft Informationen und Emotionen.

Dorfbewohner wandern durch Trümmer nach den Erdbeben und dem Tsunami in Palu. © Wire/dpa Foto: Ivan Damanik/ZUMA

Unter Schlamm begraben: Spurensuche in Petobo

NDR Info - Infoprogramm -

Nach dem Erdbeben auf Sulawesi (Indonesien) hat ARD-Korrespondent Holger Senzel aus dem Katastrophengebiet berichtet. Mit dieser Reportage hat er den Deutschen Radiopreis gewonnen.

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"Mitten im Katastrophengebiet bleibt er ruhig, beobachtet genau und gibt eindrucksvoll wieder, was er sieht. Am Rande der Vorstellungskraft überlässt er es den Hörerinnen und Hörern, eigene Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Das Leid der Menschen, das vor Ort allgegenwärtig ist, veranschaulicht er, ohne es explizit benennen zu müssen. Am deutlichsten spürbar wird es, als er aus den Schlammmassen ein Schulheft mit Kinderzeichnungen zieht."

Menschen danken dafür, nicht vergessen zu werden

Bei seiner Dankesrede erinnerte sich Senzel an seine Zeit im Katastrophengebiet. Er habe dort gedacht: "Was ist das für ein schrecklicher Beruf, den ich habe?" Alle anderen würden helfen und er laufe mit einem Mikro in all dem Elend herum. Doch die Menschen vor Ort hätten ihm genau dafür gedankt, damit sie nicht ganz von der Welt vergessen werden. Senzel sah seine Auszeichnung auch als "Gelegenheit, dankbar zu sein dafür, dass wir reich und privilegiert sind".

Beste Morgensendung kommt von N-JOY

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Andreas Kuhlage (links) und Jens Hardeland erhielten den Radiopreis bereits zum zweiten Mal für die N-JOY Morningshow.

Der NDR kann sich noch über einen zweiten Radiopreis freuen: Andreas Kuhlage und Jens Hardeland von der N-JOY Morningshow gewannen die Auszeichnung in der Kategorie Beste Morgensendung. Es ist nach dem Preis 2015 ihre zweite Ehrung in der Kategorie.

"Dieser Morgen ist nie langweilig, nie eintönig, nie gewohnt. Überraschungen, die Aufmerksamkeit erzeugen, bilden die DNA dieser Sendung", sagte Laudator Sönke Wortmann. Sich nicht zu ernst nehmen, aber ernsthaft Haltung zeigen; musikalisch begeistern und seriös informieren, wo es geboten ist; neue Ideen entwickeln und beliebte Elemente pflegen, so gelinge Hörerbindung.

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N-JOY

Kuhlage und Hardeland

N-JOY

So verrückt seid ihr noch nie in den Tag gestartet: Kuhlage und Hardeland, eure Morningshow bei N-JOY. mehr

"Bälle zuspielen und einander Raum geben"

Laut Jury sind Andreas Kuhlage und Jens Hardeland das perfekte Moderations-Paar, weil sie mit ansteckender Freude und Leidenschaft ans Werk gingen. "Sie spielen sich die Bälle wie selbstverständlich zu und geben einander Raum, auch das will gelernt sein. Die Jury zollt dieser einzigartigen Performance in der Radiolandschaft erneut höchste Anerkennung."

Preisträger animieren Steinmeier zu La Ola

"Wir lieben das Radio, wir feiern das Radio. Es ist für uns das geilste Medium der Welt", sagte Jens Hardeland in der gemeinsamen Dankesrede. Dafür müsse es eine La Ola geben - "und der Bundespräsident fängt an", forderte der Moderator. Und tatsächlich: Frank-Walter Steinmeier hob die Hände und die Welle bewegte sich kurzzeitig durch die Elbphilharmonie.

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Dieses Thema im Programm:

25.09.2019 | 22:00 Uhr

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