Stand: 22.05.2019 17:59 Uhr

Merkel fordert innovative maritime Wirtschaft

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Kanzlerin Merkel mahnte an, die Branche müsse technologisch weiterhin vorn sein.

Globaler Wettbewerb, Digitalisierung, Klimaschutz: Deutschlands maritime Wirtschaft diskutiert zwei Tage lang am Bodensee über ihre Zukunft. Mehr als 800 Politiker, Unternehmens- und Verbandsrepräsentanten, Gewerkschafter, Marinevertreter und Experten sind am Mittwoch in Friedrichshafen zusammengekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in ihrer Rede, sie habe Verständnis für Sorgen angesichts unfairer Wettbewerbspraktiken asiatischer Länder. "Ich sage ganz klar, dass China aufgefordert ist, für gleiche und faire Bedingungen für unsere Unternehmen in China zu sorgen", fügte die CDU-Politikerin hinzu. Es sei allerdings langwierig, der Konkurrenz indirekte Subventionen nachzuweisen. Daher sei es gut, wenn die Unternehmen in Deutschland auch künftig bei Forschung und Technologie eine Runde weiter seien als die Konkurrenz.

Appell, den CO2-Ausstoß im Seeverkehr zu senken

Merkel rief die Teilnehmer der 11. Nationalen Maritimen Konferenz auf, den Kampf gegen den Klimawandel weiter zu unterstützen. Um den CO2-Ausstoß im Seeverkehr zu senken, müssten Kraftstoffe auf der Basis erneuerbarer Technologien und alternative Antriebe - darunter die Brennstoffzelle - weiterentwickelt werden.

Merkel betonte die herausragende Bedeutung des Wirtschaftszweigs für ganz Deutschland. Er erwirtschafte jährliche Umsätze von mehr als 50 Milliarden Euro und beschäftige alles in allem beinahe eine halbe Million Menschen. Zudem habe Deutschland eine der größten Handelsflotten der Welt.

Die Bundesregierung habe "immer ein offenes Ohr" für die maritime Wirtschaft. Konkrete Zusagen für eine stärkere Förderung im weltweiten Wettbewerb machte Merkel aber nicht.

Reederverband: "Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf"

Die Wirtschaftsvertreter kritisierten unfaire Praktiken vor allem Chinas und forderten Unterstützung von der Bundesregierung. Wenn die Bundeskanzlerin sage, die Politik müsse für vernünftige Rahmenbedingungen sorgen, "dann ist dies eine deutliche Aufforderung, die Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Standortes nicht nur zu sichern, sondern auszubauen - da hat Deutschland erheblichen Nachholbedarf", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder, Alfred Hartmann.

Künftig EU-Koordinator für maritime Wirtschaft?

Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU), und sein französischer Amtskollege Denis Robin wollen in Friedrichshafen ein europapolitisches Papier für bessere Zusammenarbeit verabschieden. Darin wird etwa angeregt, einen EU-Koordinator für die gesamte maritime Wirtschaft in Europa zu berufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.05.2019 | 17:00 Uhr

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