Stand: 30.08.2019 15:45 Uhr

Der Sommer der Extreme im Norden

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Nirgendwo in Deutschland ist es jemals so heiß gewesen wie in diesem Juli in Lingen, wo 42,6 Grad gemessen wurden.

Dieser Sommer ist der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gewesen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in einer vorläufigen Sommerbilanz mitteilte, lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland in den Monaten Juni bis August bei 19,2 Grad. Lediglich in den Jahren 2003 und 2018 sei dieser Wert leicht höher gewesen. Den Experten zufolge war der Sommer dieses Jahres auch sehr trocken. So wurden 175 Liter pro Quadratmeter Niederschlag in Deutschland gemessen. Das sind 30 Prozent weniger als üblich.

42,6 Grad: Temperatur-Rekord für Niedersachsen

Auch in Niedersachsen ist es der drittwärmste Sommer gewesen, der je gemessen wurde. Die Durchschnittstemperatur lag bei 18,9 Grad. Eine extreme Hitzewelle brachte Niedersachsen zudem am 25. Juli einen neuen deutschen Temperatur-Rekord. In Lingen im Emsland wurden 42,6 Grad Celsius gemessen. Zudem war es außergewöhnlich sonnig im ganzen Land: Die Sonne schien über rund 700 Stunden, im langjährigen Mittel sind es lediglich 583 Stunden. Es war aber auch ein relativ trockener Sommer. In Niedersachsen fielen rund 150 Liter pro Quadratmeter, der Mittelwert liegt bei 219 Litern.

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Schleswig-Holstein: Das kühlste Bundesland

Schleswig-Holstein ist im Vergleich zwar das kühlste Bundesland gewesen, aber dennoch war es außergewöhnlich warm. Die Durchschnittstemperatur lag in den drei Sommermonaten bei 17,9 Grad. Das sind 2,1 Grad über dem Mittelwert. Mit 660 Sonnenstunden war Schleswig-Holstein zudem ein relativ sonnenscheinarmes Bundesland. Einige Orte kamen laut DWD sogar nur auf 600 Sonnenstunden. Bundesweit waren es rund 755 Stunden. Mit knapp 195 Litern Regen pro Quadratmeter blieb Schleswig-Holstein unter dem Regensoll von 222 Litern.

Mecklenburg-Vorpommern: Sonnen-Rekord für Rügen

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Auf der Insel Rügen schien die Sonne so häufig wie nirgendwo sonst in Deutschland.

Wie schon im heißen Sommer 2018 sind Ostsee-Urlauber in Mecklenburg-Vorpommern auch in diesem Jahr von der Sonne verwöhnt worden. Mit bis zu 900 Stunden war die Küste rund um die Ferieninsel Rügen das sonnenscheinreichste Gebiet Deutschlands. Mit 19,1 Grad Celsius überstieg die Durchschnittstemperatur das für Mecklenburg-Vorpommern errechnete langjährige Mittel von 16,3 Grad Celsius.

Zum Teil heftige Regenschauer wie zuletzt in Rostock und Schwerin mit überfluteten Straßen und voll gelaufenen Kellern führten dazu, dass die Niederschlagsbilanz im Nordosten nicht ganz so verheerend ausfällt wie im Vorjahr. Im Schnitt registrierten die Meteorologen 160 Liter je Quadratmeter. Das sind 14 Prozent weniger als im langjährigen Mittel, das 187 Liter je Quadratmeter beträgt.

Hamburg hat die wenigsten Sonnenstunden

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In Hamburg ist der Sommer außergewöhnlich warm gewesen, aber auch trocken.

Hamburg war in diesem Jahr das sonnenscheinärmste Bundesland. Demnach konnten sich die Hamburger an 660 Stunden Sonne in diesem Sommer erfreuen, das sonnenscheinreichste Bundesland war das Saarland mit 820 Stunden. Immerhin war es in Hamburg insgesamt wärmer als sonst. Die durchschnittliche Temperatur in der Hansestadt von Juni bis August liegt bei 19 Grad. Das sind 2,5 Grad über dem langjährigen Vergleichswert von 16,5 Grad. Die Niederschlagsmenge liegt mit 165 Litern pro Quadratmeter weit unter der durchschnittlichen Menge von 218 Litern pro Quadratmeter.

Ab Sonntag wird es kühler

Wer den diesjährigen Sommer noch genießen möchte, sollte sich dafür an diesem Wochenende Zeit nehmen. Am Sonnabend liegen die Temperaturen in Norddeutschland vielerorts nochmals über 30 Grad. Am Sonntag wird es dann nicht mehr ganz so warm. Und für Montag sind Höchstwerte von nur noch 17 bis 20 Grad vorhergesagt.

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NDR Info | Aktuell | 30.08.2019 | 14:15 Uhr