Stand: 06.09.2017 17:43 Uhr

Symphoniker Hamburg widmen Saison Jeffrey Tate

von Daniel Kaiser
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Der Chefdirigent der Hamburger Symphoniker, Sir Jeffrey Tate, war im Jun 2017 überraschend gestorben.

Es ist ein aufregendes, aber auch ein schweres Jahr für die Symphoniker Hamburg. Denn nach dem Tod von Sir Jeffrey Tate im Juni steht das große Hamburger Orchester ohne Chefdirigenten da. Die neue Konzertsaison war schon fertig geplant. Ein Nachfolger für Tate wird noch gesucht. Wie geht es jetzt weiter den Symphonikern Hamburg?

Richtig gute Dirigenten sind auf Jahre hin ausgebucht. Trotzdem ist es dem Intendanten Daniel Kühnel gelungen, schon fast alle Konzerte, die Jeffrey Tate hätte dirigieren sollen, hochkarätig neu zu besetzen. "Wir haben erlebt, dass bei den Anfragen zum Teil postwendend Antworten von sehr, sehr gerührten und bewegten Kollegen kamen, die unbedingt dabei sein wollten", sagt Kühnel.

Das Orchester widmet die neue Saison dem verstorbenen Chef. Behutsam wurden die Programme geändert, manches bleibt. Ein Abend wird zu einer Hommage an Jeffrey Tate. "Am 8. Oktober wird Sylvain Cambreling ein Programm dirigieren, das Tate am 18. Juni hätte dirigieren sollen. Und es freut mich sehr, dass wir mit einer solchen Erinnerung dann auch unseren 60. Orchester-Geburtstag feiern können, denn das werden wir dann am 8. Oktober tun", sagt Kühnel.

Lange, intensive Gespräche bei Nachfolgersuche

Daniel Kühnel sucht jetzt im In- und Ausland nach einem Tate-Nachfolger. Namen nennt er keine. Die Stelle an der Spitze des Residenzorchesters der Laeiszhalle ist begehrt. Man werde von Anfragen überflutet, sagt Kühnel. "Es gibt wahnsinnig viele tolle, weltberühmte Dirigenten, die kommen wollen. Mit denen sind wir im Gespräch."

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Er wolle keine Zwischenlösung, sondern jemanden, mit dem man langfristig arbeiten könne, sagt Kühnel. Das brauche Zeit. Auch mit Tate habe es damals vorher über ein Jahr lang Gespräche gegeben. "Wir ringen um die richtige Vorstellung für das kommende Jahrzehnt. Und wir werden in nicht allzu ferner Zukunft die Personalie bekannt geben", verspricht der Intendant des dritten großen Orchesters der Stadt.

Heimat Laeiszhalle - Konzerthaus von europäischem Rang

Die Elbphilharmonie überragt im Musikleben der Stadt natürlich gerade alles. Auch die Symphoniker treten dort immer mal auf. Zum Brahms-Konzert mit dem Pianisten Gerhard Oppitz am 6. Februar soll wegen der enormen Nachfrage noch ein Nachmittagstermin dazukommen. Aber auch in der Laeiszhalle brummt es. "Ich glaube, dass erst jetzt nach der Eröffnung der Elbphilharmonie klar wird, was für ein unglaublich toller Saal die Laeiszhalle ist, die man im europäischen Vergleich mit dem Concertgebouw und dem Wiener Musikverein nennen muss", ist Kühnel sicher. "Dieser Stolz, in dieser Halle resident zu sein, erleben wir als Symphoniker ganz stark."

Von Gipfel zu Gipfel

Die Finanzkrise des Orchesters, bei der die Symphoniker vor vier Jahren fast in die Insolvenz gerutscht wären, ist längst vergessen. Sie surfen jetzt mit auf der Erfolgswelle der neuen Musikstadt Hamburg. "Die Besucherzahlen steigen kontinuierlich. Diese Kurve nach oben ist nach der Eröffnung der Elbphilharmonie noch ein bisschen steiler geworden. Die vergangene Saison war die erfolgreichste aller Zeiten. Wir steigern uns von einem Gipfel zum anderen", freut sich Kühnel.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 06.09.2017 | 19:00 Uhr

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