Stand: 15.06.2018 13:50 Uhr

Asiatische Klänge in Osnabrück

von Birgit Schütte

Normalerweise treten auf dem Morgenland-Festival in Osnabrück Musiker aus dem Nahen Osten auf. In diesem Jahr verlagert das Festival seinen Fokus nach Zentralasien - mit Musikern aus Tadschikistan, Usbekistan oder Afghanistan.

Die Musikerin Wu Man steht mit einem Instrument vor einer Mauer. © Morgenlandfestival Foto: Liudmila Jeremies
Wu Man mit einer Pipa, einer traditionellen chinesischen Laute.

Festivalleiter Michael Dreyer hat sich durch Reisen für das Musikprogramm des zehn Tage dauernden Festivals inspirieren lassen. "Mich hat es gereizt, mal die arabische Welt zu verlassen und Zentralasien zu erkunden", schildert Dreyer. Unter anderem war er mit einem Freund in Kasachstan, wo er das junge Ensemble Khazar bei einer Probe besuchte. "Man geht zu Konservatorien oder in Musikkneipen und hofft, dass man Musiker trifft, die einen begeistern", klärt er auf, wie er die Musiker für das Festival findet.

Geprägt von uralten Traditionen

Michael Dreyer © Liudmila Jeremies
Leiter Michael Dreyer hat das Morgenland-Festival 2005 initiiert

Die Musik dort sei geprägt von uralten Traditionen der Nomadenvölker, häufig würden Geschichten erzählt. Raushan Orozbaeva ist in Kasachstan eine bekannte Musikerin. Sie spielt eine mit dem Bogen gestrichene Schalenhalslaute. Dem Instrument werden in ihrer Heimat magische Kräfte zugesprochen, weswegen das Instrument auch bei schamanischen Ritualen genutzt wird. Beim Festival tritt Orozbaeva mit der kasachischen Sängerin Ulzhan Baibussynova auf, die sich selbst auf einer zweiseitigen Laute begleitet. Für durch westliche Musik geprägte Ohren sei dies eine außergewöhnliche Hörerfahrung, so Dreyer.

Eröffnet wird das Festival mit dem jungen Ensemble Khazar aus Kasachstan und dem Konzert zweier chinesischer Musiker, die weltweit auftreten und deren Repertoire weit über traditionelle Musik hinausgeht. Wu Wei lebt seit mehr als 20 Jahren in Berlin. Dort hat er in jungen Jahren Jazz studiert und spielt zur Zeit mit großen Sinfonieorchestern vor allem Neue Musik oder Barockmusik. Aber auch die traditionelle chinesische Musik liegt ihm nahe. Deshalb beherrscht er auch die traditionelle chinesische Mundorgel Sheng, eine kleine Orgel mit vielen Pfeifen und einem Mundstück. In Osnabrück wird er zum ersten Mal mit Wu Man, einer Virtuosin auf der Pipa, zusammenspielen.

Aufeinandertreffen der Kulturen

Aber es gibt nicht nur traditionelle Konzerte: Ein typischer Morgenland Festivalabend ist das Konzert mit dem Titel "Auf den Spuren der neuen Seidenstraße". Dabei stehen Musiker aus Deutschland, dem Kaukasus und China zusammen auf der Bühne. Wu Wei wird auch dabei sein: "Ich liebe unterschiedliche Kulturen, dieser Dialog zwischen Musikern ist unglaublich. Weil alle mit so weiten Antennen kommunizieren und die Musik fließt. Ich freu mich auf dieses Festival."

Asiatische Klänge in Osnabrück

Das Morgenland-Festival in Osnabrück konzentriert sich normalerweise auf Musik aus dem Nahen Osten. In diesem Jahr steht bis zum 24. Juni allerdings Zentralasien im Fokus.

Art:
Konzert
Datum:
Ende:
Ort:
diverse

Osnabrück
E-Mail:
info@morgenland-festival.com
Preis:
zwischen 10 und 23 Euro
Kartenverkauf:
Informationen zum Kartenverkauf und den Vorverkaufsstellen unter www.morgenland-festival.com/tickets.
Hinweis:
Festivalorte: Cinema Arthouse, Fattoria Musica, Kunsthalle Osnabrück, St. Marien, Lagerhalle Saal und Kleine Kirche sowie Museum für Islamische Kunst Pergamonmuseum, Berlin und Bimhuis Amsterdam
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 22.07.2015 | 19:10 Uhr

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