Kristen Stewart als Diana in Pablo Larraíns Drama "Spencer" © Pablo Larraín, DCM

"Spencer": Preisgekröntes Drama über Prinzessin Diana

Stand: 12.01.2022 12:15 Uhr

Das Drama "Spencer" über Prinzessin Diana, mit Kristen Stewart in der Hauptrolle, erzählt von ihrer zum Scheitern verurteilen Ehe mit Prinz Charles und drei schicksalhaften Tagen im Jahr 1991.

Kristen Stewart als Diana in Pablo Larraíns Drama "Spencer" © Pablo Larraín, DCM
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von Anna Wollner

Die Stimmung im Hause Windsor könnte besser sein. "Spencer" konzentriert sich auf drei Tage im Leben von Diana, ein Weihnachtsfest mit der royalen Familie im Jahr 1991. Das Wochenende, an dem sie sich final dazu entscheidet, sich von Charles zu trennen. Zu groß ist der Druck im goldenen und vor allem auch gläsernen Käfig.

Diana wird von Kristen Stewart gespielt. Sie ist famos. Famos in der Rolle und famos gegen den Strich besetzt, äußerliche Ähnlichkeiten gibt es kaum. Die Dissonanz im Casting funktioniert fantastisch, weil Stewart nie versucht, Diana zu kopieren, sondern ihr etwas Eigenes mitgibt. Was ihr großartig gelingt ist der traurige Blick. In einem einzigen Augenaufschlag liegt das gesamte Drama. Die Suche nach der eigenen Identität, das Schwanken zwischen Zweifel und Entschlossenheit bis hin zum Befreiungsschlag. Für sich selbst und ihre Kinder.

VORSCHAU: Trailer: preisgekröntes Drama über Prinzessin Diana "Spencer" (2 Min)

Kristen Stewart perfekte Wahl für Hauptrolle

Die Kamera ist immer ganz nah an ihr dran. Stewart ist die perfekte Wahl für diesen Film, weil auch die durch Twilight früh zu Ruhm gekommene Schauspielerin die Einsamkeit des Erfolgs kennt, das unfreiwillige Stehen im Mittelpunkt: "Ich habe das nur ansatzweise erlebt, auf einem viel niedrigeren Level, nie auf ihrer monumentalen, symbolischen Ebene ein ganzes Land und am Ende die ganze Welt repräsentieren zu müssen. Meine Erfahrung mit Ruhm haben mir aber dennoch geholfen. Allein dieses Gefühl, eine Situation nicht mehr unter Kontrolle zu haben, kenne ich gut. Ich wollte so oft Dinge korrigieren und konnte nicht, wie Interviews etc. Wie muss sich das erst für sie angefühlt haben, so in eine Ecke gedrängt zu werden."

Der chilenische Regisseur Pablo Larrain findet gemeinsam mit seiner Kamerafrau Claire Mathon nicht nur die passenden Bilder, sondern zusammen mit Drehbuchautor Steve Knight vor allem auch die passenden Metaphern: "Meine Diana ist zu Beginn eine gebrochene Person, dann wird sie zu einem Geist. Am Ende ist sie geheilt und bereit weiterzumachen. Mein Drehbuchautor und ich wollten die Chance nutzen ein Märchen zu erzählen. Ein Märchen mit einer ungewöhnlichen, anderen Struktur. Wir haben hier eine Prinzessin, die sich am Ende von dem Gedanken entfernt, eines Tages eine Königin zu sein. Denn sie will sie selbst sein."

"Spencer" wird der "Königin der Herzen" mehr als gerecht

"Spencer" ist ein fantastisch ausgestattetes royales Märchen mit Elementen des Horrors und des Freejazz - vor allem auf der Tonspur. Eine Fabel, basierend auf einer Tragödie, heißt es im Vorspann. Eine Tragödie über eine Ikone, Mutter und am Ende ganz normale Frau, auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Ein Film, der in seiner Vielschichtigkeit Diana Princess of Wales, Königin der Herzen, mehr als gerecht wird.

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"Spencer"

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2021
Produktionsland:
Deutschland, Vereinigtes Königreich
Regie:
Pablo Larraín
Länge:
117 Minuten
FSK:
ab 12 Jahre
Kinostart:
ab 13. Januar

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 10.01.2022 | 06:40 Uhr

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