Stand: 27.03.2019 18:00 Uhr

Kino-Dokumentation über Die Toten Hosen

Weil du nur einmal lebst - Die Toten Hosen auf Tour
, Regie: Paul Dugdale und Cordula Kablitz-Post
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Die Toten Hosen sind eine der ältesten aktiven deutschen Bands. Früher waren sie eine ziemlich kompromisslose Spaß-Punkband - inzwischen sind die Mitglieder alle in der Lebensmitte angekommen und stehen immer noch auf der Bühne. "Weil du nur einmal lebst", heißt ein Dokumentarfilm über die Tour der Band in den Jahren 2017 und 2018.

Mit Campino & Co. auf Tour

Es ist nicht so, als würden Die Toten Hosen zum ersten Mal vor einer Kamera stehen. Es gibt bereits eine Dokumentation über sie, die gedreht wurde, als die Band ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte. "Nichts als die Wahrheit" heißt sie und deshalb hatten die Toten Hosen zunächst auch überhaupt keine Lust, sich den ganzen Stress der Dreharbeiten mit Kameramann und Regie und allem, was eben so dazu gehört, überhaupt noch mal anzutun.

Dreh-Genehmigung ohne Einschränkungen

Schließlich haben Die Toten Hosen schon ihren ursprünglichen Schlagzeuger verloren, er starb an Nierenkrebs. "Du lebst nur einmal" heißt ein Song der Band - und in Anlehnung daran erhielt die Regisseurin Cordula Kablitz-Post dann auch das Okay, ihre Doku "Weil du nur einmal lebst" ohne Wenn und Aber zu drehen. "Es gab vor vornherein gar keine Einschränkungen - im Gegenteil. Es war total toll, dass die Band von vornherein gesagt hat: 'Okay, wenn wir uns darauf einlassen, dann erlauben wir alles, dann könnt ihr alles drehen und dann gucken wir einfach, was passiert", erzählt sie.

Mit Knie-Bandage und Tinnitus

Bild vergrößern
Charismatischer Frontmann: Campino reißt mit seiner Bühnenshow alle Fans mit.

Wenn die Band auf der Bühne steht, passiert meistens deutlich sichtbar genau das, wofür sie sich das noch antun - trotz Knie-Bandage, Tinnitus und langsamer werdenden Fingern am Bass: Die Band transportiert Spaß und Energie, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, die rauschafte Symbiose zwischen Musikern und ihrer eingeschworenen Fangemeinde.

Im Kontrast dazu stehen die Bilder des zum Teil durchaus auch grauen Tour-Alltags: nervige Proben, Rumfahren, Rumsitzen und dann das vorläufige Aus, als Campino plötzlich auf dem rechten Ohr nichts mehr hört und die Tour abgebrochen wird.

Punkband mit beachtlicher Fan-Gemeinde

Auch nach 35 Jahren auf der Bühne, etlichen Hits im Radio und einer gewachsenen Beziehung zu ihrer Fangemeinde verspielen sich die Jungs noch immer, was sie ziemlich sympathisch macht. Die Fangemeinde ist groß, sie reicht bis nach Argentinien, wo die Band Kultstatus hat und die Kamera auch bei einem ihrer regelmäßigen Auftritte dabei war.

Alle kommen zu Wort

Auch wenn der Film Wert auf Ausgewogenheit legt und alle Bandmitglieder fast gleichermaßen zu Wort kommen, ist nicht schwer erkennbar, dass Sänger Campino zwar nicht offiziell, aber faktisch schon als "Chef" agiert, dessen Macken mal weniger und mal mehr nerven. Der aber eben auch genau die Rampensau ist, die ohne Wenn und Aber und ohne Rücksicht auf Verluste - und wenn es die eigenen sind - die Menge immer wieder zum Kochen bringt.

Wenn Die Toten Hosen in fünf Jahren nicht mehr in der Lage sein sollten ihre Musik zu machen, bleibt "Weil du nur einmal lebst" eine launige Momentaufnahme für ihre Fans.

Weil du nur einmal lebst - Die Toten Hosen auf Tour

Genre:
Dokumentation
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
Deutschland
Regie:
Paul Dugdale und Cordula Kablitz-Post
Länge:
107 Min.
FSK:
ab 6 Jahre
Kinostart:
28. März 2019

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 28.03.2019 | 06:20 Uhr

Weitere Kinoneustarts der Woche

Robert Redford als charmanter Bankräuber

Lässig und mit dieser Mischung aus Männlichkeit und Sanftheit, die er seit 60 Jahren auf der Leinwand verströmt, spielt Redford den Bankräuber Forrest Tucker, den es wirklich gegeben hat. mehr

"Willkommen in Marwen" von Robert Zemeckis

Robert Zemeckis hat einen herrlich verrückten Film nach einer wahren Geschichte mit Steve Carell gedreht, der in keine Schublade passt. Er ist skurril - aber auch anrührend. mehr

Mehr Kultur

00:38
NDR 90,3
06:47
NDR Fernsehen