Stand: 24.07.2018 15:48 Uhr

SciFi-Thriller "Hotel Artemis": Blutig, aber blutleer

Hotel Artemis
, Regie: Drew Pearce
Vorgestellt von Krischan Koch

Jodie Foster machte bereits als Jugendliche Furore. Ihre Rolle als minderjährige Prostituierte in "Taxi Driver" brachte ihr die erste Oscarnominierung ein. Als Vergewaltigungsopfer in dem Film "Angeklagt" und mit dem "Das Schweigen der Lämmer" gewann sie den Oscar dann zwei Mal. In den letzten Jahren hat sie vor allem Regie geführt. Nun ist Jodie Foster mal wieder als Schauspielerin zu sehen, in dem Film "Hotel Artemis".

Bürgerkrieg in Los Angeles im Jahr 2028

Los Angeles in naher Zukunft im Jahre 2028: Die Stadt droht im Chaos zu versinken. Der Konzern, der die Wasserversorgung kontrolliert, dreht eines Tages die Hähne ab. Seitdem herrscht Bürgerkrieg. Gewalttätige Banden marodieren durch die Straßen. Im Hotel Artemis, einer Art Privatklinik, werden Kriminelle wieder zusammengeflickt. Nachdem ihr Coup im Kugelhagel der Polizei endete, werden zwei schwer verletzte Bankräuber eingeliefert.

Einlass nur mit implantiertem Chip

Die Schwester, wie sie nur genannt wird, gespielt von Jodie Foster, führt in dem geheimen Hospital ein rigides Regiment. Zusammen mit ihrem Assistenten und einem bulligen Pfleger mit dem schönen Namen Everest hält sie die schießwütige Klientel in Schach, eine Profikillerin, Bankräuber und den Gangsterkönig Niagara "The Wolf King" (Jeff Goldblum). Im Hotel Artemis herrschen strenge Regeln. Um in die Klinik aufgenommen zu werden, benötigt man als eine Art Mitgliedsausweis, einen implantierten Chip. Die Maskenbilder haben Jodie Foster tiefe Falten und vergilbte Zähne verpasst und die 55-Jährige so in eine alte Frau verwandelt: ein psychisches Wrack, das Pillen schluckt, trinkt und von den Geistern der Vergangenheit getrieben wird.

Doch ihre kriminellen Patienten, die jetzt gegenseitig aufeinander losgehen, können sie kaum schrecken. Die Schwester kennt keine Angst, es sei denn, sie muss ihr Hotel Artemis verlassen und ausnahmsweise eine Polizistin versorgen.

Organe aus dem 3D-Drucker

Drew Pierce, Drehbuchautor von "Mission: Impossible" mixt in seinem Regiedebüt Science-Fiction mit Art Déco und Vintage-Look. Während die menschlichen Organe aus dem 3-D-Drucker kommen, sehen die medizinischen Apparaturen aus wie aus einem alten Frankenstein-Film. Die düstere Zukunftsvision verliert der Film dabei schnell aus den Augen. Im Vordergrund steht das hübsch trashige Design.

Kultige Optik, flache Story

Jeff Goldblum gibt die pralle Parodie eines Mafiakönigs, und auch Jodie Foster, die schon immer eine Vorliebe für außergewöhnliche Rollen hatte, ist durchaus sehenswert. Aber sie können den Film nicht retten. Die flapsigen Dialoge und drastischen Gewaltszenen bemühen sich allzu sehr, schräg und kultig zu wirken. Ein neuer Tarantino ist es trotzdem nicht geworden. Stattdessen ist der Film laut und langweilig, blutig und gleichzeitig blutleer.

Hotel Artemis

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2018
Produktionsland:
USA, Großbritannien
Zusatzinfo:
Jodie Foster, Sterling K. Brown, Dave Bautista, Sofia Boutella, Brian Tyree Henry, Charly Day, Jenny Slate, Zachary Quinto, Hotel Artemis, Kino, Film, NDR Info
Regie:
Drew Pearce
Länge:
95 Minuten
FSK:
ab 16 Jahre
Kinostart:
26. Juli 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Neue Filme | 25.07.2018 | 06:40 Uhr

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