Portrait von Robert Redford © imago/ JRC Photo Library/ The Hollywood Archive Foto: J. Cummings

Robert Redford: Ganove und Charmeur

Stand: 18.08.2021 23:59 Uhr

Der Schauspieler Robert Redford wuchs in ärmliche Verhältnissen auf. Als charmanter Ganove wurde er 1969 zum Leinwandhelden.

von Ralf Gödde

Mit der Western-Komödie "Zwei Banditen" schafft Robert Redford 1969 den Durchbruch in Hollywood. Zuvor hatte Redford in einigen Fernsehserien und Broadway-Shows mitgespielt. Die Filmstudios ließen ihn damals noch abblitzen. Das änderte sich, als Paul Newman sich für ihn einsetzt. Seite an Seite spielen sie den schweigsamen Revolverhelden Sundance Kid und Bandenchef Butch Cassidy.

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Vier Jahre später landen sie gleich den nächsten Coup: "Der Clou" - eine Gaunerkomödie um zwei Trickbetrüger, die sich an einem Mafiaboss rächen wollen. Spätestens mit diesem Film avanciert auch Robert Redford zum Superstar und Frauenschwarm. Doch der gut aussehende Charmeur, der die Öffentlichkeit scheut, konnte mit diesen Etiketten nie viel anfangen.

Auf der Suche nach Grenzerfahrungen

Redford wuchs in ärmliche Verhältnissen auf und war als Jugendlicher rebellisch und aufmüpfig. Sein Talent zum Baseballspielen verhalf ihm zu einem Sport-Stipendium. Doch als seine Mutter starb - er war 19 - fiel Robert Redford in ein Loch. Er schmiss das Studium und begann zu trinken. Er versuchte sein Glück in Europa, besuchte Kunstkurse und wollte Maler werden. Doch zurück in den USA widmete er sich der Schauspielerei.

Der sympathische Sunnyboy verkörperte den großen Gatsby, kämpfte als Gefängnisdirektor Brubaker gegen Missstände im Stafvollzug und überzeugte in "Die Unbestechlichen" als investigativer Journalist. Für seine erste Regiearbeit "Eine ganz normale Familie" wird er 1981 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Engagement fürs unabhängige Kino und die Umwelt

Auch im wahren Leben zeigt er Haltung, engagiert sich als Umweltaktivist, ist mehr Naturbursche als glamouröser Hollywood-Star. Der Traumfabrik stand der Schauspieler von Anfang an kritisch gegenüber. Als Gegenentwurf gründete er 1981 in seiner Heimat Utah das Sundance Institut, um unabhängige Filmemacher zu fördern. Von Popcorn-Kino und Special Effects hält er nicht viel, ihm geht es ums Geschichtenerzählen. 1998 ist er gleichzeitig Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller im "Pferdeflüsterer". 2019 verabschiedete sich Redford zwar von der Kinoleinwand, doch als Produzent ist er hinter den Kulissen weiter aktiv.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 18.08.2021 | 07:20 Uhr

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