Stand: 27.12.2019 13:12 Uhr  - NDR Info

"Star Wars 9" - eine Ära geht zu Ende

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers
, Regie: J.J. Abrams
Vorgestellt von Anna Wollner

Ein Stück Filmgeschichte geht zu Ende: Mit "Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers" von J.J. Abrams endet die jüngste "Star Wars"-Trilogie im Kino - und damit die von George Lucas geborene Weltraumsaga, die Generationen von Kinogängern begeistert und die Popkultur mehr als keine andere Filmreihe beeinflusst hat.

Die Gänsehaut kommt sofort, wenn im Vorspann die legendäre Musik einsetzt und die gelben Lettern über die Leinwand rollen - doch nach fünf Minuten gehört die Gänsehaut der Vergangenheit an. "Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers" ist eine Achterbahn der Gefühle, die im Tal endet.

Szenen aus "Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers"

Dabei hätte alles so schön sein können im Hause Disney und der letzten "Star Wars"-Trilogie. Nach Episode 7, "Das Erwachen der Macht", unter der Regie von J.J. Abrams und Episode 8, "Die letzten Jedi", von Rian Johnson macht "Der Aufstieg Skywalkers", wieder von Abrams, den Versuch, alle offenen Handlungsstränge und Verwandtschaftsverhältnisse zu Ende zu erzählen und aufzulösen - eingebettet in den immerwährenden Kampf von Gut gegen Böse.

Generalin Leia führt in "Star Wars 9" einen schwierigen Kampf

Luke Skywalker ist tot, der Widerstand ist bereit, sich in ein letztes großes, finales Gefecht gegen die Erste Ordnung zu werfen - trotz vermeintlicher Aussichtslosigkeit. Anführerin des Widerstandes ist Generalin Leia, ein letztes Mal gespielt von der inzwischen verstorbenen Schauspielerin Carrie Fisher, doch die Hoffnung liegt - wie zuletzt auch - auf der ehemaligen Schrottsammlerin und Jedi-Ritterin Rey, gespielt von Daisy Ridley, die noch immer nicht weiß, wo sie herkommt.

J.J. Abrams Figuren bleiben eindimensional

Regisseur J.J. Abrams sprintet in Lichtgeschwindigkeit durch die Handlung. Nach einer viel zu langen Exposition und neuen Erzählsträngen hat er kaum noch Zeit, den Figuren um Rey, dem Piloten Poe (Oscar Isaac) und dem ehemaligen Stormtrooper Finn (John Boyega) den nötigen Raum zu geben. Abrams holt sie nicht aus ihrer Eindimensionalität und verliert sich zu sehr in Nostalgie.

Trailer: "Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers"

Rey, Finn, Poe und Kylo Ren treffen im letzten Kapitel der neuen "Star Wars"-Saga "Der Aufstieg Skywalkers" erneut aufeinander. Regie führte J. J. Abrams.

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"Star Wars 9" bleibt ohne spektakuläres Finale

Abrams reißt mit "Der Aufstieg Skywalkers" all das ein, was sein Vorgänger - Regisseur Rian Johnson - aufgebaut hat: ein cineastisches Alleinstellungsmerkmal im "Star Wars"-Universum zu haben. Abrams verlässt sich viel zu sehr darauf, den Fans gefallen zu wollen, liefert einen Film mit Gastauftritten alter Stars und Anspielungen auf die anderen Filme und scheint dabei zu vergessen, sich um die aktuelle Handlung zu kümmern. Die geht in ihrer politischen Dimension um Gut gegen Böse und der Botschaft, dass Blut nicht immer dicker als Wasser sein muss, unter.

Abschied von Carrie Fishers Figur Leia sorgt für Unwucht

Der Abschied von der Figur Leia Organa, der Figur der verstorbenen 'Schauspielerin Carrie Fisher, ist traurig, aber eine der größten Schwachstellen des Films, da ihr Tod eine Unwucht ins Drehbuch bringt.

Actionszenen scheinen wahllos

Mit teilweise visuell atemberaubenden Actionszenen, die fließend ineinander übergehen, in ihrer Wahllosigkeit aber doch austauschbar wirken und wenig einprägsam sind, werden alle Fäden der Familiensaga zusammengeführt. "Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers" ist das Ende einer Ära. Aber eben kein episches Finale.

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers

Genre:
Science-Fiction
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac
Regie:
J.J. Abrams
Länge:
142
FSK:
ab 12 Jahren
Kinostart:
18. Dezember 2019

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 18.12.2019 | 09:20 Uhr

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