Stand: 22.08.2020 00:00 Uhr

Wegen Corona: Grimme-Preisverleihung einmal anders

Jo Schück übergibt dieses Jahr die beliebten Grimme-Preise in einer ganz besonderen Weise. © ZDF/obs/3sat Foto: Ken Kabelitz
Moderator Jo Schück reiste zu den Preisträgerinnen und Preisträgern der diesjährigen Grimme-Preise.

Eigentlich hätten die diesjährigen Gewinner der Grimme-Preise in einer Gala geehrt werden sollen - wegen der Corona-Pandemie fiel diese allerdings flach. Stattdessen reiste Moderator Jo Schück zu den Preisträgerinnen und Preisträgern und überreichte ihnen die Auszeichnung persönlich. Dabei sprach er mit ihnen über deren Produktionen und Arbeitsbedingungen in den vergangenen Monaten - im Café, vor dem Kölner Dom, im Tonstudio, am Wasser oder als Klavierbegleitung im Tanzstudio. Entstanden ist eine TV-Reportage, die in der Mediathek des Senders 3sat abrufbar ist.

Zu Besuch bei "Hanne"-Darstellerin Iris Berben

Iris Berben mit dem Grimme-Preis © 3sat Foto: Screenshot
Iris Berben nahm den Preis in ihrem Lieblingscafé entgegen.

Die Grimme-Preise gelten als Oscars der deutschen Fernsehbranche, sie sind die wichtigsten Auszeichnungen für TV-Produktionen. 2020 wurden in den verschiedenen Kategorien insgesamt 16 wegweisende Produktionen ausgezeichnet, darunter drei NDR Produktionen und Koproduktionen: "Hanne" mit Iris Berben, die Panorama-Doku "SeaWatch3" sowie die Dokumentation "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam".

Mit Iris Berben, die für ihre darstellerische Leistung in dem Film "Hanne" ausgezeichnet wurde, traf sich Jo Schück im Garten ihres Lieblingscafés, im Literaturhaus Berlin, um ihr den Grimme-Preis 2020 zu überreichen und mit ihr über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre persönliche Arbeit, ihre Drehs und auf die Filmbranche allgemein zu sprechen. Eine Thema dabei: Der "Jugendwahn" in der Film- und Fernsehbranche. Sie selbst habe das Glück gehabt, in Filmen zu spielen, in der eine Über-60-Jährige im Mittelpunkt steht.

Drama "Hanne" in der Kategorie "Fiktion" erfolgreich

Hanne (Iris Berben) erfährt, dass sie vielleicht Blutkrebs hat.
In "Hanne" wird die von Iris Berben verkörperte Protagonistin am ersten Tag nach ihrer Pensionierung mit dem Verdacht auf eine schwere Krankheit konfrontiert.

"Hanne" ist eine Produktion des NDR in Zusammenarbeit mit ARTE. Darin spielt Iris Berben eine Frau, die bei einer medizinischen Routineuntersuchung mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird und ihr Leben neu begreifen muss. Den Grimme-Preis erhielt "Hanne" in der Kategorie "Fiktion".

Das Erste zeigte den Film, für den Berben im kommenden November eine Goldene Kamera als "Beste Schauspielerin" erhält, im Juni 2019.

Preise für "SeaWatch3" und "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam"

Die Dokumentation "SeaWatch3" (STRG_F, Panorama und NDR Dokfilm) und die WDR/NDR/SWR-Dokumentation "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam" wurden im Wettbewerb "Information und Kultur" ausgezeichnet.

Die NDR Autoren Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg waren 21 Tage lang mit dem Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3" im Mittelmeer unterwegs und schauten Kapitänin Carola Rackete bei ihrer Arbeit zu - bis zu ihrer Verhaftung im Hafen von Lampedusa.

Moderator Jo Schück übergibt einen Grimme-Preis an Nadia Kailouli © 3sat Foto: Screenshot
Moderator Jo Schück sprach mit Nadia Kailouli über ihre Zeit auf der "Sea-Watch 3".

In der TV-Reportage von 3sat spricht Nadia Kailouli über ihre Arbeit: "Für mich stellt sich gar nicht die Frage, wie viel Aktivismus da drinsteckt. Da steckt gar kein Aktivismus drin, sondern die journalistische Überzeugung, dass darüber berichtet werden muss."

In der WDR/NDR/SWR-Dokumentation "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam" schildert Filmemacherin Alice Agneskirchner die Geschichte der US-Serie, die das Schicksal der fiktiven jüdischen Familie Weiss erzählt - von der Entstehung und den Dreharbeiten über die Ausstrahlung 1978/79 bis zu den Reaktionen in Deutschland. Im Januar 2019 war die Serie nach 40 Jahren erneut zu sehen. Für ihr "Making-of" sprach Agneskirchner mit Regisseur Marvin J. Chomsky, Produzent Robert Berger, Schauspielerinnen und Schauspielern sowie dem ehemaligen WDR-Fernsehspielchef Günter Rohrbach.

NDR Intendant Knuth: Relevante Themen packend umgesetzt

Der Grimme-Preis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehproduktionen im deutschsprachigen Raum. Gewürdigt werden Sendungen und Personen, die innovative Anstöße geben, qualitative Maßstäbe setzen und die Möglichkeiten des Mediums weiterentwickeln.

NDR Intendant Joachim Knuth hatte sich bei der Bekanntgabe der Preisträger im vergangenen März sehr über die drei Auszeichnungen für den NDR gefreut: "Alle drei Produktionen zeigen hervorragend, wie gesellschaftlich relevante und umstrittene Themen berührend und packend umgesetzt werden können. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern und allen, die an diesen Filmen beteiligt waren und sie möglich gemacht haben, sehr herzlich!"

VIDEO: SeaWatch3 (111 Min)

Weitere Informationen
Grimme-Preis-Trophäe © dpa - Report Foto: Jörg Carstensen

Grimme-Preis für Dokumentarfilm "SeaWatch3"

Die Panorama-Autor*innen Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg sind mit dem Grimme-Preis 2020 ausgezeichnet worden. Sie erhielten den Preis für ihren Dokumentarfilm "SeaWatch3". mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 03.03.2020 | 14:00 Uhr

NDR Pressemeldung

"Sea Watch 3"-Kapitänin Carola Rackete © NDR Foto: Screenshot

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