Wolfsburgs Maxence Lacroix ist enttäuscht. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner/dpa

VfL Wolfsburg findet keinen Weg aus der Krise

Stand: 23.10.2021 18:38 Uhr

Der VfL Wolfsburg hat zum vierten Mal in Folge in der Fußball-Bundesliga verloren. Das 0:2 (0:1) am Sonnabend gegen den SC Freiburg war zudem das achte siegloses Pflichtspiel in Serie.

von Johannes Freytag

Gegen die Breisgauer bestätigte sich einmal mehr, was Renato Steffen im Vorfeld der Partie angeprangert hatte - die fehlende Bereitschaft, auf dem Platz Wege für die Mitspieler zu gehen - auch wenn es wehtue. Trotz - oder gerade wegen? - fünf Veränderungen in der Startelf, lief erneut wenig zusammen bei den Wolfsburgern, die sich in der ersten Hälfte von den hoch pressenden Freiburgern den Schneid abkaufen ließen und im zweiten Spielabschnitt ausgekontert wurden.

VfL-Coach Mark van Bommel gab sich trotz der Negativserie nach der Partie optimistisch: "Wir kommen hundertprozentig aus dieser Situation heraus, auch wenn es mir zu lange dauert. Wichtig ist, dass wir jetzt keine komischen Sachen machen", sagte der Niederländer.

Sportchef Schäfer: "Müssen enger zusammenrücken"

Ein wenig sorgenvoller klang Marcel Schäfer bei seiner Analyse: "Es hilft nichts, sich nur gegen die Niederlage zu stemmen. Wir müssen mehr tun, wir müssen enger zusammenrücken und uns noch mehr gegenseitig pushen", forderte der Wolfsburger Sportchef, der der Mannschaft die Kampfbereitschaft allerdings nicht absprechen wollte.

Das Bemühen war den VfL-Profis, bei denen Maximilian Arnold mit seinem 260. Einsatz zum alleinigen Bundesliga-Rekordspieler avancierte, nicht abzusprechen. Doch wieder wurde offensichtlich: Es gibt keinen Plan B, wenn Plan A nicht funktioniert. Auf van Bommel wartet viel Arbeit, um in einer Woche beim Auswärtsspiel in Leverkusen die Trendwende zu schaffen. Die Trainer-Frage scheint sich beim VfL jedenfalls (noch) nicht zu stellen: "So kurz nach dem Spiel werde ich mich an solchen Diskussionen nicht beteiligen", sagte Schäfer.

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Freiburg trifft ins Tor, Wolfsburg nur die Latte

Fast zwanzig Minuten benötigte der VfL, um gegen Freiburg in die Partie zu finden - umso bitterer, dass in diese Phase das 0:1 fiel: Vincenzo Grifo zirkelte einen Freistoß an den kurzen Pfosten, wo Philipp Lienhart zunächst aus zwei Metern an Casteels scheiterte, dann aber den Nachschuss in die Maschen setzte. Wie die Videoüberprüfung zeigte, hatte Kevin Mbabu mit der Hacke das vermeintliche Abseits des Torschützen aufgehoben (28.). "Dass wir wieder ein Gegentor nach einer Standardsituation bekommen haben, müssen wir hinterfragen", sagte van Bommel.

Vier Minuten später schaltete sich erneut der Videoassistent ein, Schiedsrichter Tobias Welz wertete aber Casteels' ungestümen Einsatz gegen Lukas Kübler nicht als Foulspiel (32.). Glück für die Wolfsburger, die inzwischen deutlich mehr Offensivdruck entwickelt hatten. Lukas Nmecha scheiterte erst an Freiburgs Keeper Mark Flekken (29.), dann traf er nur die Latte (36.).

Fan-Frust und Knock-out durch Höler

Zwar hatte Steffen unmittelbar nach Wiederanpfiff eine gute Kopfballchance (46.), doch VfL-Coach van Bommel war mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden. In Maximilian Philipp und Dodi Lukébakio wechselte er früh zwei frische Offensivkräfte ein (54.).

Doch auch das brachte keinen Schwung in die Wolfsburger Angriffe. Ein Kopfball von John Anthony Brooks über das Tor war die magere Ausbeute (64.). "Wir woll'n Euch kämpfen sehen", riefen sich die VfL-Fans, die schon zur Halbzeit gepfiffen hatten, ihren Frust von der Seele. Und es wurde noch bitterer für die Gastgeber: Lucas Höler schloss einen blitzsauberen Konter zum 2:0 für Freiburg ab - die Partie war gelaufen (68.).

Nmechas Kopfball (84.) und ein geblockter Schuss von Aster Vranckx (87.) blieben die letzten missglückten Wolfsburger Versuche, zum Torerfolg zu kommen.

9.Spieltag, 23.10.2021 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg

0

SC Freiburg

2

Tore:

  • 0:1 Lienhart (27.)
  • 0:2 Höler (68.)

VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Lacroix, Brooks (88. Bornauw), Paulo Otavio (56. M. Philipp) - Guilavogui (56. Lukebakio) - Baku, Vranckx, Arnold, Steffen (80. F. Nmecha) - L. Nmecha
SC Freiburg: Flekken - Gulde (69. Schade), Lienhart, N. Schlotterbeck - Kübler (87. Haberer), M. Eggestein, Höfler, Günter - Jeong (78. Demirovic), Grifo (87. Sildillia), Höler (78. Petersen)
Zuschauer: 10251

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 24.10.2021 | 22:50 Uhr

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