VfL Wolfsburg Trainer Florian Kohfeldt geht am Spielfeldrand entlang. © picture alliance Foto: Teresa Kröger

VfL Wolfsburg: Kohfeldts Ruf leidet, Schmadtke stützt den Coach

Stand: 14.01.2022 14:17 Uhr

Am Sonnabend erwartet der kriselnde Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg den Tabellenkeller-Nachbarn Hertha BSC. Nach sechs Niederlagen in Folge soll gegen die Berliner die Wende gelingen. Für Trainer Florian Kohfeldt geht es um mehr.

Der VfL-Coach strahlte am Donnerstag Zuversicht aus und verwies auf die personell "erfreuliche Woche": Dodi Lukebakio und Aster Vranckx durften ihre Corona-Quarantäne beenden und sind zurück auf dem Trainingsplatz. Beide seien Kandidaten für einen Einsatz in der Partie am Sonnabend (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de).

Für Hertha-Leihgabe Lukebakio könnte es zu einer besonderen Geschichte kommen. Denn sein einziges Saisontor erzielte der Belgier im Hinspiel - damals im Trikot der Berliner gegen Wolfsburg. In seinen 13 Einsätzen für den VfL ist Lukebakio trotz oft ansprechender Leistungen noch torlos.

Kohfeldts guter Ruf hat Kratzer bekommen

Nach sechs Bundesliga-Niederlagen in Serie hat Kohfeldt gegen den Tabellennachbarn ein klares Ziel ausgegeben. "Egal, wie - gewinnen", sagte der 39-Jährige über das Krisenduell: "Ich wünsche mir einen Sieg, dreckig, wunderschön oder mit Pauken und Trompeten. Hauptsache ein Sieg!"

Der VfL-Coach steht mit dem Rücken zur Wand. 2018 war er noch "Trainer des Jahres", inzwischen hat das Renommée gewaltige Kratzer bekommen. Saison- und vereinsübergreifend liest sich Kohfeldts jüngste Bundesliga-Bilanz desaströs: In 18 Ligaspielen mit Werder und Wolfsburg punktete er lediglich viermal (zwei Siege und zwei Remis), die übrigen 14 Partien gingen allesamt verloren.

Schmadtke: "Das Vertrauen ist da"

VfL-Sportchef Jörg Schmadtke hält dennoch an Kohfeldt fest. "Das Vertrauen ist da. Ich sehe seine Arbeitsweise. Ich sehe, wie er Woche für Woche mit der Mannschaft umgeht und welche Inhalte er installiert. Nichtsdestotrotz wissen wir alle: Es kommt irgendwann ein Punkt, an dem Dinge schwer haltbar sind. Von dem Punkt sind wir aber noch entfernt. Die Überzeugung überwiegt nach wie vor das aktuelle Bild."

"Wir können jetzt nicht jede Woche irgendwelche Dinge verändern, sondern müssen auch vorleben, dass wir an uns glauben, indem wir nun keinen falschen Aktionismus betreiben und dauernd alles auf links drehen." VfL-Sportchef Marcel Schäfer

Schmadtke räumte angesichts des "freien Falls" der vergangenen Monate ein, dass es vor dieser Saison möglicherweise ein Fehler war, den erfolgreichen Kader der Vorjahre zusammenzuhalten, statt gezielt neue Impulse zu setzen: "Der Diskussion stelle ich mich durchaus. Wir haben im Sommer Entscheidungen getroffen, die aus vollster Überzeugung geschahen und die den Gedanken hatten, dass wir eine homogene, stark leistungsorientierte Gruppe behalten, die den nächsten Schritt gehen will. Aus heutiger Sicht kann man dahinter ein Fragezeichen stellen."

Mögliche Aufstellungen:

VfL Wolfsburg: Casteels - Lacroix, Bornauw, Brooks - Baku, Arnold, Gerhardt, Roussillon - Steffen, Waldschmidt - Weghorst
Hertha BSC: Schwolow - Pekarik, Stark, Torunarigha, Plattenhardt - Aascacibar, Darida - Richter, Mittelstädt - Selke, Maolida

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