Teamcheck FC St. Pauli: Den Bundesliga-Aufstieg im Blick

Stand: 13.01.2022 16:35 Uhr

Der FC St. Pauli startet als Zweitliga-Tabellenführer in die verbleibenden 16 Partien. Bei sechs Punkten Vorsprung auf Rang drei und noch neun Heimspielen sind die Chancen auf den Bundesliga-Aufstieg gut.

von Sebastian Ragoß

Was ist von den Hamburgern zu erwarten? Welche Transfers könnte es noch geben? Wie ist die Prognose für die Restsaison? Der FC St. Pauli im Teamcheck.

So lief die bisherige Saison

St. Pauli startete mit einem überzeugenden 3:0-Heimsieg gegen Holstein Kiel in die Spielzeit und setzte damit den Ton für den weiteren Saisonverlauf. Die Fußballer von Trainer Timo Schultz gewannen alle acht Partien am Millerntor, unter anderem wurden der HSV mit 3:2 und Schalke 04 mit 2:1 geschlagen. 24 Zähler bei 24:5 Toren lautet die beeindruckende Heimbilanz der Hamburger.

Auswärts gab es hingegen Licht und Schatten. Die Erfolge bei den Spitzenteams Heidenheim (4:2) und Nürnberg (3:2) ragten heraus. Herbe Enttäuschungen waren das 0:1 bei Hannover 96, das 0:4 bei Darmstadt 98 sowie die 0:3-Niederlage im letzten Spiel des Jahres bei Holstein Kiel.

Trotz des missratenen Abschlusses zog Schultz kurz vor Weihnachten ein sehr positives Fazit, "weil die Gesamtlage einfach gut ist." Recht hat er: St. Pauli spielte die beste Hinrunde seiner Zweitliga-Geschichte und startet von Tabellenplatz eins in die Restrunde.

Wer kommt, wer geht?

Das Winter-Transferfenster wird traditionell eher von Clubs genutzt, die die Erwartungen nicht erfüllt haben. Deshalb verwundert es nicht, dass der FC St. Pauli keine großen Ambitionen bei Neuzugängen hat. Der Kader ist gut und ausgeglichen besetzt.

Ganz auszuschließen sind Neuzugänge im Januar jedoch nicht. "Aber es müsste wirklich passen. Da müsste man wissen: Das funktioniert, das macht Sinn", betonte Schultz.

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Mit Marvin Knoll steht bisher ein Abgang fest. Der 31 Jahre alte Defensivspieler, der auch bei Holstein Kiel gehandelt worden war, hat einen Vertrag bei Drittligist MSV Duisburg unterschrieben.

Der Trainer: Timo Schultz

Schultz hat nach einer schwierigen Hinserie 2020/2021 die Mannschaft in den vergangenen Monaten zu einem Spitzenteam geformt. Kein Zweitliga-Team holte im Kalenderjahr 2021 mehr Punkte als der FC St. Pauli, der einen offensiven und attraktiven Spielstil entwickelt hat.

"Wir haben bisher relativ viel richtig gemacht, das sieht man ja allein am Tabellenstand", sagte Schultz. Der 44-Jährige ist ein Sympathieträger, aber auch ein fordernder Übungsleiter. "Wir wollen weiter Fortschritte machen und hatten noch genug Spiele, in denen es Luft nach oben gab", sagte Schultz mit Blick auf die Restrunde.

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Mit seinem Co-Trainer Duo Loïc Favé und Fabian Hürzeler arbeitet er akribisch auch an Kleinigkeiten. St. Pauli will aktiv sein, "Spiele gewinnen und nicht nicht verlieren", wie Schultz einmal betonte. Das gelang bislang häufig, birgt aber auch die Gefahr, dass es mal einen kräftigen Rückschlag gibt, siehe das 0:4 in Darmstadt oder das 0:3 in Kiel.

Erwartungen an die Saison

Der FC St. Pauli hat eine exzellente Ausgangsposition: Sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten Hamburger SV und einen günstigen Spielplan. Neun der verbleibenden 16 Partien finden am Millerntor statt. Dass das Wort "Aufstieg" keinesfalls auf dem Index steht, hat Schultz schon früh in der Saison betont. Wen sieht er als Konkurrenten?

"Die Großen Drei, die im Laufe der Saison ins Rollen gekommen sind: Werder Bremen, Schalke 04 und auch unser Stadtnachbar. Aber auch Mannschaften wie Darmstadt und Regensburg sollte man nicht unterschätzen. Gerade die Darmstädter haben eine gute Energie in der Truppe und vorne zwei richtig starke Torjäger - das garantiert eigentlich immer Punkte."

Doch Angst vor zu großen Ambitionen gibt es keinesfalls am Millerntor. Die Rückkehr in die Bundesliga nach mehr als einem Jahrzehnt Abstinenz ist bei der guten Ausgangslage ein realistisches Ziel: "Wir werden uns nicht klein machen. Wir wissen, dass wir eine gute Truppe haben - und ein gesundes Selbstbewusstsein", so Schultz.

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