Meppens Spieler bejubeln einen Treffer. © IMAGO / Werner Scholz

SV Meppen in der Dritten Liga auf Höhenflug: Unverhofft kommt oft

Stand: 12.11.2021 16:42 Uhr

Der SV Meppen steht in der Dritten Liga auf Platz drei - und ist davon selbst ein wenig überrascht. Denn eigentlich hätten die Emsländer in dieser Saison in der Regionalliga kicken müssen.

Wer im Sport einen Lauf hat, der möchte am liebsten keine Pause einlegen, sondern sich von der Euphorie tragen lassen. Deshalb hätten sie beim SV Meppen am liebsten einfach weitergespielt. Drei Siege in Serie, der fast schon sensationelle Sprung auf Platz drei der Drittliga-Tabelle - die Länderspielpause kommt für das Überraschungsteam aus dem Emsland höchst ungelegen. Andererseits gibt die Unterbrechung allen Beteiligten die Chance, für einen Moment innezuhalten und den Augenblick zu genießen. "Natürlich macht der Blick auf die Tabelle Spaß", sagte Geschäftsführer Ronald Maul.

Abgestiegen und doch noch gerettet

Schließlich gab es in Meppen auch schon andere Zeiten - und die liegen noch nicht einmal ein halbes Jahr zurück. Denn eigentlich war der frühere Zweitligist Ende Mai sportlich aus der Dritten Liga abgestiegen. Nur weil der KFC Uerdingen wegen finanzieller Probleme keine Zulassung für die neue Saison bekam, blieben die Niedersachsen doch drittklassig.

"Das war keine einfache Zeit. Viele standen ja erst einmal ohne gültiges Arbeitspapier da", betonte Maul. Erst Mitte Juni hatte der SVM endgültig Gewissheit, sechs Wochen später begann bereits die neue Saison. Die wichtigste Personalie hatte sich mit dem nachträglichen Klassenerhalt schnell geklärt. Rico Schmitt blieb Trainer. Zwar war es dem Coach nicht gelungen, die Mannschaft nach dem missglückten Experiment mit Torsten Frings in der Liga zu halten. Die Verantwortlichen waren und sind von der Arbeit des 53-Jährigen aber dennoch überzeugt.

Die Arbeit von SVM-Trainer Schmitt trägt Früchte

Schmitt gilt als akribischer Arbeiter. Er ist meist der Erste, der morgens auf das Club-Gelände kommt. Da seine Familie nach wie vor in Chemnitz lebt, hat Schmitt alle Zeit der Welt, sich mit dem SV Meppen zu beschäftigen. Und in dieser Saison trägt die Arbeit des Coaches Früchte. 24 Punkte nach 15 Spieltagen - das ist die mehr als beachtliche Zwischenbilanz der Blau-Weißen.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Taweesak Jarearnsin

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"Wir haben uns gut entwickelt", sagte David Blacha nach dem 1:0 bei Borussia Dortmund II der "Meppener Tagespost": "Aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen. Das ist brutal gefährlich", warnte der vor der Saison vom VfL Osnabrück gekommene Mittelfeldspieler.

Auch Maul gibt sich zurückhaltend: "Die Liga ist so verdammt eng. Mit zwei, drei Siegen machst du einen großen Sprung nach vorne, mit ein paar Niederlagen wirst du aber auch schnell wieder durchgereicht", sagte der Ex-Profi. "Und nach all den Erfahrungen in der vergangenen Saison tun wir gut daran, die ganze Sache mit einer Portion Demut zu betrachten und alles dafür zu tun, unsere zweite Chance zu nutzen."

Euphorie bei den Fans des SV Meppen

Eines haben sie in Meppen auf jeden Fall bereits geschafft: Die Fans stehen wieder hinter dem SVM. Beim jüngsten Heimspiel gegen Türkgücü München kamen 7.600 Zuschauer. Zuletzt begleiteten das Schmitt-Team rund 2.000 Anhänger nach Dortmund, um im Stadion Rote Erde den siebten Saisonsieg zu feiern.

"Das war phänomenal! Das spricht für das Emsland, die Stadt Meppen und für die Mannschaft, die uns allen aktuell so viel Freude bereitet", sagte Schmitt nach dem Sieg voller Euphorie. "Zwischen Fans und Mannschaft herrscht aktuell eine überragende Symbiose." Und das ist schon viel mehr, als man im Sommer hätte erwarten können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.11.2021 | 23:03 Uhr

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