HSV bleibt im Poker mit Eintracht Frankfurt um Alidou hart

Stand: 03.01.2022 17:01 Uhr

Fußball-Zweitligist Hamburger SV will seinen im Sommer ablösefreien Shooting-Star Faride Alidou in der Winterpause nicht für kleines Geld abgeben. Mit dem bisherigen Angebot von Eintracht Frankfurt für den wechselwilligen 20-Jährigen sind die Hanseaten nicht einverstanden.

"Es gab Kontakt zur Eintracht, aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen, sodass wir nicht sagen, dass wir das machen müssen, sondern der Spieler auch weiter für uns spielen kann", erklärte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt im Trainingslager der Hamburger im andalusischen Sotogrande. Der 39-Jährige übte zugleich indirekt Druck auf die Frankfurter aus, ihr Angebot für den Außenangreifer zu erhöhen: "Faride ist ein wichtiger Spieler für uns, sodass wir ihn auch weiter bei uns lassen, sofern sich die Situation nicht verändert."

Laut übereinstimmenden Medienberichten soll der HSV für sein Eigengewächs, das seit 2012 im Club spielt, eine Ablösesumme von 500.000 Euro fordern. Die bisherige Offerte des Europa-League-Teilnehmers liege deutlich darunter, heißt es.

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Alidous HSV-Abschied gilt als sicher

Dass der aus Hamburg-Wilhelmsburg stammende Alidou den einstigen Bundesliga-"Dino" im Sommer gen Frankfurt verlassen wird, gilt als beschlossene Sache. Auch wenn es bislang weder von der Eintracht noch dem HSV oder seiner Berateragentur, der "Football Transfer Company", offiziell verkündet worden ist. Michael Mutzel, Sportchef des Zweitliga-Tabellendritten, gab im Interview mit dem "kicker" (Montagsausgabe) allerdings offen zu, dass die Hanseaten im Poker um Alidous Zukunft gegen die Erstliga-Konkurrenz ganz schlechte Karten haben.

HSV gegen Bundesliga-Konkurrenz chancenlos

Die "Mittelklasse" der Bundesliga sei dem HSV inzwischen enteilt, erklärte Mutzel: "Augsburg, Mainz, vor allem aber auch Clubs wie Freiburg sind mittlerweile auf einem anderen Level. Wenn Spieler auf den Markt kommen, für die sich diese Clubs interessieren und wir in einen Wettbewerb treten wollen, dann haben wir rein wirtschaftlich keine Chance mehr. Das haben wir jetzt auch beim Bemühen um eine Verlängerung mit Faride Alidou gemerkt."

Bei den Zahlen, die beim Youngster im Raum stehen würden, habe der HSV schnell gemerkt, "dass wir nicht mehr mitgehen konnten und wollten", ergänzte der Sportchef.

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HSV auf Winter-Abgang von Alidou wohl vorbereitet

Sollte Frankfurt sein Angebot für Alidou noch im Sinne der Hanseaten erhöhen und der Transfer im Winter finalisiert werden, scheint der HSV darauf vorbereitet zu sein. "Wir werden wie immer im Januar den Markt ganz genau beobachten und prüfen, was am Ende Sinn macht. Es gibt ein paar spannende Sachen und wir beobachten immer auch, ob Themen noch mal konkreter werden", erklärte Sportvorstand Boldt. "Wenn man sich verbessern kann, dann werden wir zuschlagen. Das haben wir in den vergangenen Jahren häufiger versucht und auch geschafft", führte der 39-Jährige aus.

Derzeit werden unter anderem Nemanja Motika (FC Bayern München II) sowie der Südkoreaner Young-wook Cho (FC Seoul) als mögliche Hamburger Winterzugänge gehandelt. Dass beide Außenangreifer sind, verwundert mit Blick auf den drohenden Alidou-Abgang nicht.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.01.2022 | 19:30 Uhr

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